Herbert Köfer im Alter von 100 Jahren friedlich eingeschlafen: Der Unverwüstliche

Dresden - Er wirkte wie unsterblich, so aktiv und so gesund wie er immer schien. Und wie er es beinahe sein ganzes Leben über war. Ein Unverwüstlicher. Nun ist es doch geschehen, dem hohen Alter angemessen, aber überraschend: Herbert Köfer ist tot. Wie seine Witwe Heike Köfer bestätigte, schlief er mit 100 Jahren am Samstag friedlich ein.

Sein letzter großer Gala-Auftritt: Am 30. Oktober 2020 nahm Herbert Köfer (†100) die Goldene Henne für sein Lebenswerk entgegen.
Sein letzter großer Gala-Auftritt: Am 30. Oktober 2020 nahm Herbert Köfer (†100) die Goldene Henne für sein Lebenswerk entgegen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Das abgegriffene Bild von der Legende zu Lebzeiten, auf wen träfe es wohl zu, wenn nicht auf ihn. Köfer gehörte zu den großen Schauspielern Deutschlands. Kaum ein anderer überzeugte in wirklich allen Sparten, die der Beruf eröffnet.

Er konnte alles: Drama und Tragödie wie Komödie und Klamauk.

Köfer schrieb Kinogeschichte mit Filmen wie "Nackt unter Wölfen" (1963). Mit TV-Serien wie "Rentner haben niemals Zeit" (1978) schuf er Klassiker, die zu ihrer Zeit Straßenfeger waren.

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Auch auf der Bühne ein Tausendsassa: Köfer spielte alles, von Shakespeare im Deutschen Theater in Berlin bis zur Bühnenfassung von "Rentner haben niemals Zeit" 2011 an der Komödie Dresden.

Zur Welt gekommen war er am 17. Februar 1921 in Berlin. An seinen ersten Auftritt als Schauspieler erinnerte sich Köfer im MOPO-Interview anlässlich seines 70-jährigen Bühnenjubiläums 2010 noch genau. "Das war am 3. September 1940 im schlesischen Brieg. Da spielte ich als 19-Jähriger des Kronprinz Friedrich in dem Stück 'Katte' nach Fontane."

Nach dem Krieg wurde Köfer zu einem der repräsentativsten Köpfe der DEFA. "Geprägt hat mich natürlich in erster Linie das Fernsehen der DDR", erläuterte er der MOPO. "Ich habe es 1952 mit eröffnet und 1991 das Licht ausgemacht."

Herbert Köfer hinterlässt große Lücke

Die Lust eines langen Lebens, sie ist spiegelbildlich die Last des Überlebenden.

Die vielen Freunde und Kollegen seiner Generation - von Frank Beyer (1932-2006) über Rolf Herricht (1927-1981) und Günter Schubert (1938-2008) bis zu Helga Göring (1922-2010) - hat Köfer alle überlebt.

Was blieb, war ein Gefühl von Einsamkeit. Köfer zur MOPO anlässlich seines 90. Geburtstags 2011: "Wenn die Menschen, mit denen man gelebt, gearbeitet, gelacht und getrauert hat, nicht mehr da sind, bleibt eine Lücke, die nicht zu schließen ist."

Nun hinterlässt Köfer selbst eine Lücke. Auch sie ist nicht zu schließen. Nicht für das Publikum, das ihn über viele Generationen hinweg verehrte. Nicht für seine Familie. Die Schauspiellegende hinterlässt seine (dritte) Ehefrau Heike sowie zwei Töchter (Geertje, Mirjam) und einen Sohn (Andreas) aus den vorangegangenen Ehen.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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