Im falschen Körper gefangen? Experte rät zu mehr Beratung
Dresden - Immer mehr Kinder- und Jugendliche fühlen sich mit ihrem biologischen Geschlecht unwohl. Der Dresdner Kinder- und Jugendpsychiater Veit Roessner (52) rät zu sorgfältiger Abklärung und umfassender Beratung.
In der Fachwelt ist das Phänomen als Transidentität bekannt. Das Thema habe auch wegen der Debatte um das Selbstbestimmungsgesetz zuletzt mehr Aufmerksamkeit erhalten, sagte Roessner, der an seiner Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Uniklinikum Dresden steigende Fallzahlen verzeichnet.
Aber nicht jedes geschlechtsbezogene Unwohlsein führt zu einem medizinisch bedeutsamen Leidensdruck.
Roessner hält deshalb eine sorgfältige Abklärung und Beratung für besonders wichtig - vor allem, wenn es um den Einsatz von Pubertätsblockern oder Hormonen geht, in einzelnen Fällen auch um operative Eingriffe.
Abwarten werde in der öffentlichen Debatte teils als besonders riskant dargestellt, so Roessner. "Neuere Studien zeigen jedoch, dass solche Schlussfolgerungen nicht haltbar sind."
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2025 seien Juristen zudem zu dem Schluss gelangt, dass bei Minderjährigen das Sterilisationsverbot verletzt wird, wenn bei ihnen medizinische Maßnahmen zur Geschlechtsangleichung vorgenommen werden.
Titelfoto: Fotomontage/Universitätsklinikum Dresden/Thomas Albrecht/dpa
