Kai Hölzel fertigt große Schiffe originalgetreu nach: Der Weltmeister, der die Weiße Flotte schrumpft

Dresden - Wer kann schon eine ganze Flotte, ja Dutzende Schiffe sein Eigen nennen? Welche Werft hat schon Hunderte Schiffe gebaut? Die von Modellbauer Kai Hölzel (55) in Pillnitz! Der gelernte Rundfunk- und Fernsehtechniker hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er baut (hauptsächlich) Schiffsmodelle in einer Größe von zwei Zentimetern bis zwei Meter.

Kai Hölzel (55) mit seinem Weltmeisterschiff, einem fahr- und manövrierfähigem Ankerziehschlepper.
Kai Hölzel (55) mit seinem Weltmeisterschiff, einem fahr- und manövrierfähigem Ankerziehschlepper.  © Norbert Neumann

"Mein erstes Segelschiff habe ich gebaut, da war ich sechs", sagt Hölzel und zeigt ein vier Zentimeter großes Schiffchen, konserviert in Kunstharz.

Mit Geduld, Technikwissen, Fingerspitzengefühl und viel Leidenschaft hatte er es 2017 zum Weltmeister im Schiffsmodellbau gebracht.

Sein "Ankerziehschlepper" bestand sowohl in puncto Detailtreue als auch die "Fahrprüfung auf See".

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"Von diesem Modell würde ich mich auch nie trennen", holt Hölzel das Schiff aus einem eigens angefertigten Koffer.

Andere Schiffe dagegen gingen von der kleinen Werkstatt auf große Fahrt. Eine zwei Meter große "Queen Mary I" ist im Zeppelinmuseum Friedrichshafen zu bestaunen. Flugzeuge und Panzer baute Hölzel für das Militärhistorische Museum in Dresden.

Mit diesem Modell, das der Bastler als Kind baute, fing alles an - es folgten über 500 weitere Schiffe.
Mit diesem Modell, das der Bastler als Kind baute, fing alles an - es folgten über 500 weitere Schiffe.  © Norbert Neumann
Pokal-Parade: Ob Weltmeister (2017), Vize-Weltmeister (2009) oder heimische Titel - die Modelle wurden oft prämiert.
Pokal-Parade: Ob Weltmeister (2017), Vize-Weltmeister (2009) oder heimische Titel - die Modelle wurden oft prämiert.  © Norbert Neumann
Seine Leidenschaft erfordert neben Technikwissen ganz viel Fingerspitzengefühl.
Seine Leidenschaft erfordert neben Technikwissen ganz viel Fingerspitzengefühl.  © Norbert Neumann

Kai Hölzels Modelle sind derzeit auf dem Salonschiff "August der Starke" ausgestellt

Ist sein eigener Flottenchef: Kai Hölzel (55) baute alle Dampfer der Weißen Flotte als Miniaturausgabe originalgetreu nach.
Ist sein eigener Flottenchef: Kai Hölzel (55) baute alle Dampfer der Weißen Flotte als Miniaturausgabe originalgetreu nach.  © Norbert Neumann

Aktuell friemelt er an drei Arbeits- und Aufsichtsschiffen für eine Werft in Elbe-Parey bei Magdeburg.

"Sie bauen für die Rhein-Schifffahrt Arbeitsschiffe und haben von jedem großen Original ein Modell im Maßstab 1:50 in Auftrag gegeben." Ehrensache, dass der Dresdner auch die gesamte Weiße Flotte verkleinert hat.

Die Dampfermodelle im Maßstab 1:400 sind derzeit auf dem Salonschiff "August der Starke" ausgestellt, können bei Hölzel ab 130 Euro (www.modell-raddampfer-manufaktur.de) bestellt werden - inklusive Sandsteinsockel und Acrylverglasung. "Der Raddampfer 'Dresden' ist besonders gefragt."

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Und natürlich baut Hölzel nicht nur nah am Wasser: "Ich habe einen Bootsführerschein, surfe, schnorchle, gehe auf Kreuzfahrt."

Der Clou aber ist: "Meine Tochter war auch Modellbauerin und 2017 Juniorenweltmeisterin - mit dem Modell des Forschungsschiffes Littorina. Heute ist sie Nautikerin und gerade als Zweiter Offizier mit der Aida Diva auf Weltreise in Asien ..."

Titelfoto: Norbert Neumann

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