Am Wachwitzer Elbhang: Architektin baut sich ein Haus aus Stroh

Dresden - Ein Haus aus Stroh. Und das mitten auf dem Wachwitzer Elbhang. Was nach dem Märchen "Die drei kleinen Schweinchen" klingt, soll nach der Vorstellung von Architektin Valérie Madoka Naito (56) von "studionaito" die Zukunft des Bauens sein.

2000 hat Architektin Valérie Madoka Naito (56) ihr Diplom in Dresden gemacht. "Danach wollte ich erst mal nichts von der Architektur wissen - bis 2004."  © studionaito

"Ich bin aber natürlich keine Pionierin auf dem Gebiet. Strohbauten gibt es schon lang. Das hier ist jetzt sozusagen 'traditionelles Bauen reloaded'", erklärt Architektin Naito bescheiden.

Sie hat das Haus entworfen und begleitet nun den Bau. Die Vorteile eines Strohhauses gehen dabei sogar über Nachhaltigkeit hinaus: "Es ist wie eine natürliche Klimaanlage. Stroh hält nämlich die Wärme, weil es träge arbeitet."

Während in Betonbauten also Temperaturschwankungen von bis zu zehn Grad normal sind, "sind es bei Strohbauten viel weniger. Vielleicht zwei, drei Grad."

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Zusammengesetzt wird das Haus aus sogenannten "Strohelement"-Modularen, erfunden und gebaut von Architekt und Zimmermann Werner Ehrich (70) in der Alten Filzfabrik Oschatz.

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Auf dem Oberwachwitzer Weg entsteht gerade Dresdens erstes Strohballenhaus.  © Steffen Füssel
Auch der Brandschutz ist in einem gut verbauten Strohballenhaus kein Problem.  © Steffen Füssel
Am Ende nicht mehr zu sehen: In den Wänden ist das gepresste Stroh versteckt. Merken tut man es später nur dank seiner Temperaturregulierung.  © Steffen Füssel

Bauarbeiten haben im Oktober begonnen

Bauleiter Levin Schwörer (35): "Weder Nager noch Insekten kommen durch das verputzte und komprimierte Stroh hindurch."  © Steffen Füssel

"Das Stroh ist aus Naundorf, in Oschatz wird es dann sehr eng gepresst" und in Holzrahmen eingebaut. Auf der Baustelle werden dann "außen Kalkputz, der gar nichts durchlässt, und innen Lehm aufgetragen", erklärt Architektin Naito.

Begonnen haben die Bauarbeiten dabei erst im Oktober. Bereits im September wird Bauherr Alexander Schrode das Stroh-Domizil wahrscheinlich schon beziehen können.

Doch die Vision der Architektin geht über einzelne Häuser hinaus: "Ich möchte eine Strohballen-Siedlung bauen, wo mit Wasser intelligent umgegangen wird. Mein Ziel geht so weit, dass ich hier keinen Strom-, sondern nur noch einen Wasseranschluss brauche und eine Photovoltaik-Anlage intelligent einsetze."

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Neugierige können am Samstag zum "Tag der Architektur" um 16 Uhr einem Baustellenbericht im "studionaito"-Büro auf der Oschatzer Straße lauschen. Anmeldung erforderlich. Infos: strohballensiedlung.de.

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