Streit ums Lingnerschloss: Schriftsteller will mehr bieten
Dresden - Wer kauft das Erbbaurecht und übernimmt das Lingnerschloss für die nächsten 44 Jahre? Der Kampf um Lingners Erbe ist längst noch nicht entschieden. Jetzt meldet sich ein Schriftsteller zu Wort, der sogar mehr bieten möchte als die beiden Investoren Thomas Bohn (58) und Oliver Kreider (60). Und es gibt noch weitere Interessenten.
Er besuche Dresden regelmäßig, habe im April am Lingnerschloss von den Befürchtungen erfahren, das Schloss für alle könne privatisiert und künftig vielleicht nicht mehr in gewohnter Form zugänglich sein, berichtet Matthias Liebkopf (56).
Der gebürtige Brandenburger ist Schriftsteller, wohnt seit zwölf Jahren am Müggelsee und lasse sich an den Dresdner Elbschlössern gerne von der Schönheit der Landschaft inspirieren. So lebt etwa auch der Ermittler "Ion Kaiser" aus seiner Krimi-Reihe in einer Villa in Loschwitz.
Er wisse um die Bedeutung des Lingnerschlosses für die Dresdner, es sei auch ihm ans Herz gewachsen. "Ich mache ein Angebot, damit es nicht in die falschen Hände gerät", erklärt er. Kommerzielle Interessen habe er keine. "Ich denke das sozial für die Menschen, würde möglichst viele Leute mit ins Boot holen, will Schloss und günstige Gastro offenhalten", so Liebkopf.
Man könne Schloss und Park für Konzerte nutzen, Hochzeiten, Modeschauen, Kunstausstellungen. "Oder auch mal ein Seniorenheim einladen. Man sollte es sozial denken", betont er.
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Insolvenzverwalter weiß angeblich nichts von Liebkopfs Interesse
Sein Interesse habe er im April postalisch beim Insolvenzverwalter bekundet, wolle 1,8 Millionen Euro bieten und damit 150.000 Euro mehr als die beiden bekannten Investoren. Allerdings habe er bis heute keine Antwort erhalten.
Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Lucas Flöther (52) teilt dazu jedoch mit, keine Interessenbekundung erhalten zu haben. Bis heute seien keine weiteren Angebote eingegangen. Allerdings hätten sich "in den vergangenen Tagen zwei neue Interessenten gemeldet". Ob diese Interessenten ein Angebot abgeben werden, sei offen.
"Mein Angebot steht und ich werde es erneut einreichen", sagt Liebkopf. Laut Insolvenzverwaltung wurde bislang noch kein Übertragungsvertrag unterschrieben. Stimmt der Stadtrat Anfang September nicht zu, kommt auch kein Kauf zustande.
Titelfoto: Montage: privat, Norbert Neumann
