Filmfest Dresden dieses Jahr zum 38. Mal: Kurze Filme und gekürztes Geld
Dresden - Das Filmfest Dresden findet dieses Jahr vom 14. bis 19. April statt und geht damit in seine 38. Ausgabe. Inhaltlich setzt das Festival erneut auf eine Kombination aus internationalen Wettbewerben, kuratierten Sonderprogrammen und regionalen Schwerpunkten, die den Kurzfilm sowohl als zeitgenössische Ausdrucksform als auch als historisches Dokument fassen.
Der programmatische Rahmen des Jahrgangs 2026 steht unter dem Motto "Work in Progress". Gemeint ist Arbeit nicht als fest umrissene Kategorie, sondern als fortlaufender gesellschaftlicher Prozess.
Viele der ausgewählten Filme beschäftigen sich mit Arbeitsrealitäten in unterschiedlichen Kontexten: industriellen und postindustriellen Strukturen, prekären Beschäftigungsverhältnissen, Care-Arbeit, kreativer Produktion und digitalen Arbeitsformen. Das Motto dient dabei weniger als thematische Einschränkung denn als ordnender Bezugspunkt für Wettbewerbe, Sonderprogramme und Gespräche.
Ausgangspunkt der Programmgestaltung sind rund 3800 Filmeinreichungen aus aller Welt, ein neuer Höchststand für das Festival. Die Auswahl verteilt sich wie gewohnt auf den Internationalen Wettbewerb, den Nationalen Wettbewerb und den Mitteldeutschen Wettbewerb.
Ergänzt werden die Sektionen durch thematische Programme sowie durch filmhistorisch ausgerichtete Reihen, um Perspektiven zu erweitern.
Filmfest Dresden kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten
Einen besonderen Akzent setzt das Filmfest mit einem Programmschwerpunkt zu Ernst Hirsch (89). Der Dresdner Kameramann und Dokumentarfilmer hat über Jahrzehnte hinweg filmisch gearbeitet und dabei ein umfangreiches Bildarchiv der Stadt und ihres Umlands geschaffen. Seine Arbeiten dokumentieren Alltag, Arbeit und gesellschaftliche Veränderungen über einen langen Zeitraum.
Das Festival greift dieses Werk nicht nur retrospektiv auf, sondern stellt es in einen gegenwärtigen Zusammenhang - als Beitrag zur Auseinandersetzung mit regionaler Filmgeschichte, dokumentarischer Praxis und filmischem Gedächtnis.
Neben der inhaltlichen Planung prägt die finanzielle Situation den Jahrgang. Zwar ist das Filmfest mit einem Gesamtpreisgeld von mehr als 70.000 Euro weiterhin eines der höchstdotierten Kurzfilmfestivals Europas, doch steht die laufende Finanzierung unter Druck.
Festivalleiterin Anne Geschütz: "Die Kosten für Produktion und Durchführung steigen seit Jahren kontinuierlich - insbesondere infolge der anhaltenden Inflation -, während die Fördermittel nicht nur nicht mitwachsen, sondern insgesamt weiter rückläufig sind." Hinzukäme, dass das Festival von der Haushaltssperre der Stadt Dresden betroffen ist. Die Festivalleiterin Geschütz: "Auch in diesem Jahr sind wir von der Haushaltssperre der Stadt Dresden betroffen, was einer Kürzung von zehn Prozent entspricht."
Alles rund um das Filmtheater Schauburg
Die Finanzierung des Festivals basiert auf einer Mischung aus kommunalen, Landes- und weiteren öffentlichen Fördermitteln, ergänzt durch Projektförderungen, Sponsoren und Partnerschaften. Veranstalter ist die Filminitiative Dresden.
Insgesamt präsentiert sich das Filmfest Dresden, trotz des finanziellen Drucks, inhaltlich profiliert und thematisch anschlussfähig. Zentrale Spielstätte bleibt das Filmtheater Schauburg, ergänzt durch weitere Kinos und Veranstaltungsorte im Stadtgebiet.
Mit mehr als 15.000 Besuchern (im Jahrgang 2025) zählt das Filmfest zu den Publikums-stärksten Kurzfilmfestivals im deutschsprachigen Raum.
Titelfoto: Norbert Neumann, Petra Hornig

