In Handarbeit und ohne Computer: In diesem Trickfilmstudio lernen bunte Bilder laufen

Dresden - Wie echte Filmprofis fühlen sich derzeit 27 Kinder und Jugendliche aus Deutschland, Polen und der Ukraine beim "ANIMA"-Trickfilmworkshop vom Verein "Fantasia Dresden". Egal, ob Puppenfilm-Kunst à la "Sandmännchen" oder Knetanimation wie bei "Shaun, das Schaf": Hier wird noch mit den Händen gearbeitet.

Helena Lange (17) zeichnet in diesem Jahr beim "ANIMA"-Workshop ihre Geschichte.
Helena Lange (17) zeichnet in diesem Jahr beim "ANIMA"-Workshop ihre Geschichte.  © Petra Hornig

Die Anfang der 2000er als Talentschmiede für Trickfilm-Fans gegründete Initiative richtet das kreative Camp bereits zum 44. Mal aus – für manche ein echtes Sprungbrett. Gemeinsam mit Dresdner Trickfilm-Urgesteinen wie Rolf Birn (84) entstehen hier gerade eigene Trickfilme in sorgfältiger Handarbeit.

Und obwohl die Branche momentan von 3-D und KI geprägt ist, erlebt ausgerechnet das Zeichnen eine kleine Renaissance: "Fünf Leute haben wir dieses Jahr dabei. Das ist außergewöhnlich", weiß Vereinsvorstand und Lehrer Stefan Urlaß.

Eine von ihnen ist Helena Lange (17), die schon zum fünften Mal dabei ist: "KI würde ich für Kunst nie verwenden. Ich will mit meinen Händen etwas schaffen – sozusagen zurück zu den Wurzeln."

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Auch für Lehrer Urlaß ist klar: "Der Markt gibt es zwar gerade vor, aber wer keine Basis hat, rührt am Ende nur im KI-Pool herum – und es bleibt mittelmäßig." So wird genau dieses Fundament in dem Trickfilmstudio gelehrt.

Trickfilm-Urgestein Rolf Birn (84) hilft Antoni Szczerba (14) bei seinen Styropor-Puppen.
Trickfilm-Urgestein Rolf Birn (84) hilft Antoni Szczerba (14) bei seinen Styropor-Puppen.  © Petra Hornig
Hier bereitet Margarita Zimmermann (10) gerade ihre nächste Szene mit dem Lege-Trick mit Knete vor.
Hier bereitet Margarita Zimmermann (10) gerade ihre nächste Szene mit dem Lege-Trick mit Knete vor.  © Petra Hornig

Sonntag laufen die fertigen Filme im Zentralkino

Lehrerin Olha Mrykhina (51, r.) ist froh, mit ihren ukrainischen Schülern dabei sein zu dürfen.
Lehrerin Olha Mrykhina (51, r.) ist froh, mit ihren ukrainischen Schülern dabei sein zu dürfen.  © Petra Hornig

Auch Antoni Szczerba (14) aus Polen hat große Pläne. Seit fünf Jahren brennt er für Animation, besonders für den Puppenfilm: "Ich liebe es, die Puppen zu machen und mit den Materialien zu arbeiten."

Er weiß aber auch: "Es ist ein harter Weg." Trotzdem kann er sich vorstellen, später genau damit sein Geld zu verdienen.

Für die Kinder des ukrainischen Fernsehstudios "Veselka TV" bedeutet die Woche Workshop hingegen in erster Linie eine Atempause vom Krieg. Lehrerin Olha Mrykhina (51) aus Kiew betont: "Sie sind alle dauerhaft unter Stress. Auf ihren Handys animieren sie Cartoons – für sie gerade die einzige Möglichkeit, der Realität zu entfliehen."

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Sonntag werden die fertigen Filme dann im Zentralkino Kraftwerk Mitte gezeigt. Wer mitgucken möchte, schreibt eine Anfrage an [email protected].

Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig

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