Klements Finale: Das Programm der letzten Spielzeit des Staatsschauspiel-Intendanten
Dresden - Die nächste Spielzeit des Dresdner Staatsschauspiels ist für Joachim Klement (65) die letzte am Haus. Der Intendant geht dann in den Ruhestand. Für seine finale Saison kündigte Klement am Dienstag 21 Premieren des Ensembles wie der Bürgerbühne an, darunter fünf Uraufführungen.
"Macht: Arbeit" lautet das doppelsinnige Motto der Spielzeit, die sich vor allem um einen dritten Begriff drehen soll - den der Freiheit. "Es geht um die Freiheit. Sie ist Grundlage unserer Demokratie und zählt zu den wichtigsten Grund- und Menschenrechten.
Was heißt es heute, frei zu sein?", diese zentrale Frage will man, auch angesichts der für viele attraktiven Versuchung des Autoritären, in den anstehenden Neuproduktionen durchdeklinieren.
Die Saison beginnt am ersten Septemberwochenende im Kleinen Haus mit der ersten Uraufführung, Felix Krakaus "Die Jugend von Orleans", einer "Held*innenbeschwörung" nach Schillers "Jungfrau von Orleans", sowie der Literaturadaption "I shot a Pop Star - Oder wie ich versuchte, das Manifest zur Vernichtung der Männer umzusetzen", nach Valerie Solanas.
Shakespeare kehrt ins Schauspielhaus zurück
Ins Schauspielhaus zurückkehrt der freischaffende Star des Hauses, Christian Friedel, natürlich mit Shakespeare.
"Love, Death & Shadows" heißt das Spektakel, das die Sonette des Dichters zum Gegenstand hat; mit dabei sind die Band Woods of Birnam und Tänzer aus dem Ballett der Semperoper.
Friedel werde da inszenieren nicht spielen, sagt der Intendant. Spielen wird Friedel hingegen in Roger Vontobels "Hamlet"-Inszenierung von 2012, abgespielt 2018, die als Wiederaufnahme wieder auf dem Spielplan steht.
Wiederaufnahmen als Produktionen, die nicht erarbeitet werden müssen, sind auch als Reaktion auf die Sparmaßnahmen im Haushalt zu verstehen, so Klement.
So findet auch "Die Schneekönigin" nach Hans Christian Andersen in der Regie von Nora Bussenius auf die Bühne zurück, ebenso Jan Gehlers Astrid-Lindgren-Stoff "Ronja Räubertochter."
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Saisonende ist früher als gewohnt
Weitere Neuproduktion werden unter anderen sein Peter Shaffers "Amadeus" und Charlotte Brontës "Jane Eyre" in Regie der Hausregisseurinnen Daniela Löffner beziehungsweise Lily Sykes.
Sebastian Hartmann inszeniert "Der Keim", nach dem Roman von Tarjei Vesaas, Philipp Lux Kafkas "Der Prozess", Simon Werdelis Elfriede Jelineks "Am Königsweg/Endsieg". Sommertheater im Innenhof des Japanischen Palais' wird Molières "Amphitryon". Bis auf den Abgang von Marin Blülle in Richtung Düsseldorf bleibt das Ensemble unverändert.
Die Saison wird früher enden als gewohnt, nämlich Ende Mai. Bis September schließen sich Bauarbeiten im Haus und am rückwärtigen Künstlereingang an, zum Beispiel soll der Brandschutz auf Vordermann gebracht werden (weshalb auch diverse Kühlschränke in den Foyers weichen müssen).
Mit Ausnahmegenehmigung vom Baumanagement endet am 3. Juli im großen Saal die Ära Klement mit einem Abschlussfest. Ein "bunter, lauter, humorvoller, zarter, kräftiger, lustvoller Abend" soll's werden.
Titelfoto: Thomas Türpe
