Dresden - Er war beschwingt, bot ein tolles Programm, war unbestritten ein Erfolg - der SemperOpernball unter dem Motto "Film ab!". Was ihn tatsächlich filmreif und für die MDR-Liveübertragung attraktiv macht, sind drei Dinge: das hochkarätige Programm, der einzigartige Openairball mit Traumkulisse und die Debütanten.
Es hat sich gezeigt, dass es offenbar keine teuer eingekauften Superpromis à la Naomi Campbell, Catherine Deneuve oder Gérard Depardieu braucht, um eine rauschende Nacht zu feiern.
Allerdings: Ein paar mehr deutsche Stars hätten es schon sein können, erst recht MDR-Gesichter. Denn bei aller avisierten Volksnähe - Glanz und Glamour gehören zu einem Ball dieser Größenordnung.
Und das erwarten sicher auch die Ballgäste, die saftige Preise für die Nacht der Nächte zahlen. Auf dem Leipziger Opernball kostet ein 1A-Platz um 1000 Euro. In Dresden kosten die teuersten Karten immerhin 2795 Euro pro Sitzplatz!
Die günstigsten Tickets (295 Euro) ermöglichen ab 22 Uhr das Flanieren. Wer als Debütantin übers Parkett schweben möchte, zahlt 600 Euro. Auch wenn darin Kleid, Training, Styling enthalten sind - es ist eine Menge Geld für einen jungen Menschen. Mögliche Kosten für Anreise, Schuhe, Übernachtung und freie Tage gar nicht mitgerechnet. Die Preisgestaltung sollte zumindest auf den Prüfstand kommen.
Ob die Terminplanung so ideal war?
Überdacht sollte auch die Terminplanung werden. In diesem Jahr kämpfte der Ball (zumindest bei den TV-Quoten) gegen die zeitgleiche Eröffnung der Olympischen Winterspiele an.
Und einen Tag später lud die Chemnitzer Oper zum Ballvergnügen ein, das längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein Gästemagnet ist.