"Lingner" in limitierter Edition: Neues Parfüm im Zeichen des Dresdner Odol-Erfinders

Dresden - Untrennbar mit dem Namen Lingner verbunden: das Mundwasser Odol. Seit 1892 sorgt es für frischen Atem. Einen angenehmen Duft verspricht jetzt auch das Parfüm "Lingner". Komponiert von Sachsens einzigem Parfümeur Uwe Herrich (60) in Dresden - für den Erhalt und Ausbau des Lingnerschlosses.

Die "Villa Stockhausen" ist heute als Lingnerschloss bekannt und soll laut Lingners Testament für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.
Die "Villa Stockhausen" ist heute als Lingnerschloss bekannt und soll laut Lingners Testament für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.  © Thomas Türpe

"Der Förderverein hat mich mit der Herstellung eines Parfüms beauftragt, dessen Erlös zu 50 Prozent dem Schloss zugutekommt", verrät Herrich. "Ich habe sechs Duft-Vorschläge unterbreitet."

Weil alle wohl so gut rochen, konnte sich der Verein nicht entscheiden - deshalb gibt es jetzt drei Parfüme: Lingner I, II und III.

"Bei den Düften habe ich mich von Odol und Lingner inspirieren lassen. Deshalb habe ich beim sportlich-grünen Duft Lingner I Pfefferminzöl verwendet, das auch im Mundwasser enthalten war", erklärt Herrich.

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Die eleganten "Lingner II/III" greifen Facetten von Lingners Persönlichkeit auf. "Dafür habe ich viel recherchiert", so Herrich.

"Da Lingner ein Kunstliebhaber war und sonntags selbst auf der Orgel in seinem Schloss spielte, habe ich sowohl den Geruch der Orgelpfeifen eingebaut als auch Aromen, die an Theater, Konzerte, Bühne und Schminke sowie seinen Aufenthalt in Paris erinnern."

Im Atelier von Uwe Herrich (60) glänzt eine historische Destillieranlage.
Im Atelier von Uwe Herrich (60) glänzt eine historische Destillieranlage.  © Thomas Türpe
Die Rückseite der Parfüm-Etiketten ziert das Porträt von Lingner.
Die Rückseite der Parfüm-Etiketten ziert das Porträt von Lingner.  © Thomas Türpe

Lingner-Parfüm bis 17. Dezember erhältlich

Parfümeur Uwe Herrich (60) fing für den Förderverein Lingners Duft ein.
Parfümeur Uwe Herrich (60) fing für den Förderverein Lingners Duft ein.  © Thomas Türpe

Einen kleinen Seitenhieb konnte sich der gewitzte Parfümeur nicht verkneifen.

"Odol hat nicht Lingner selbst erfunden, sondern sein Chemiker Richard Seifert. Der war auch maßgeblich an der Herstellung von Acetylsalicylsäure beteiligt - besser bekannt als Aspirin. Der Wirkstoff ist in Weidenrinde enthalten. Deshalb habe ich Weidenrinde von der Elbe für die Parfümherstellung verwendet."

Das Lingner-Parfüm (30 ml, 34,90/39,90 Euro) gibt es in einer limitierten Auflage von je 75 Stück - bis 17. Dezember freitags von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr im Lingnerschloss, Di.-Do. (10-13 Uhr) im Torhaus des Lingnerschlosses.

Mit Mundwasser wurde er Millionär: Wer war Lingner?

Odol-Erfinder Karl August Lingner (1861-1916) war zugleich Marketing-Pionier.
Odol-Erfinder Karl August Lingner (1861-1916) war zugleich Marketing-Pionier.  © picture-alliance/ ZB/dpa

Der Unternehmer Karl August Lingner (1861-1916) wurde mit dem Mundwasser Odol bekannt.

Ursprünglich wollte er in Paris Musik studieren, kehrte aber 1885 mittellos nach Deutschland zurück. 1892 begann er in Dresden mit der Produktion des Mundwassers Odol. Aus seinem anfänglichen Laboratorium wurden 1912 die Lingnerwerke.

Innerhalb weniger Jahre erwirtschaftete er ein Millionenvermögen, 1906 erwarb er die Villa Stockhausen, das heutige Lingnerschloss.

Er starb 1916 nach einer Zungenkrebs-Operation.

Titelfoto: Thomas Türpe

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