Nach 54 Jahren: Roter Melkus im Museum eingefahren

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Dresden - Nur rund einen Meter hoch, knallrot, mit spektakulären Flügeltüren und einem Design, das sich an amerikanischen Sportwagen und westdeutschen Marken orientierte: Der "Melkus RS 1000" war der Traum vieler DDR-Autofans. Jetzt hat der "Ferrari des Ostens" eine neue Heimat.

Dass der Sportwagen nun im Verkehrsmuseum sein neues Zuhause gefunden hat, verdankt das Museum mehreren Förderungen sowie Spendern.
Dass der Sportwagen nun im Verkehrsmuseum sein neues Zuhause gefunden hat, verdankt das Museum mehreren Förderungen sowie Spendern.  © Norbert Neumann

Das Verkehrsmuseum Dresden hat die Nummer 31 (zugelassen: 1972) des seltenen Flitzers nun für seine Sammlung erworben: "Das war der einzige Rennsportwagen mit Straßenzulassung zu DDR-Zeiten", erklärt Leiterin der Museums-Sammlungen Maria Niklaus (35).

Gerade einmal 101 Exemplare entstanden unter der Leitung von DDR-Rennsport-Legende und Fahrlehrer Heinz Melkus († 2005). "Nur noch etwa 80 Stück existieren davon", weiß sein Enkel Sepp Melkus (43).

Besonders spannend: "Der RS 1000 entstand auf Basis des Wartburg 353. Für viele war das erstmal unvorstellbar", so die Leiterin der Museums-Sammlungen.

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Denn ein Dreizylindermotor aus einem Alltagsgefährt wie dem Wartburg in einem Sportcoupé passte für viele erstmal nicht zusammen. "Doch der RS 1000 konnte dann etwa 160 bis 170 km/h fahren."

Die Leiterin der Museums-Sammlungen Maria Niklaus (35) ist selbst begeistert vom Melkus RS 1000 und hatte sogar ein Poster in ihrem Zimmer.
Die Leiterin der Museums-Sammlungen Maria Niklaus (35) ist selbst begeistert vom Melkus RS 1000 und hatte sogar ein Poster in ihrem Zimmer.  © Norbert Neumann
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Sepp Melkus (43), Enkel der DDR-Rennfahrer-Legende Heinz Melkus († 2005), ist gerührt, nun einen geeigneten Platz für die "Nummer 31" der RS 1000-Reihe gefunden zu haben.
Sepp Melkus (43), Enkel der DDR-Rennfahrer-Legende Heinz Melkus († 2005), ist gerührt, nun einen geeigneten Platz für die "Nummer 31" der RS 1000-Reihe gefunden zu haben.  © Norbert Neumann

Noch bis 21. Juni steht der "Ferrari des Ostens" im Lichthof

Das zweisitzige Sportcoupé "Melkus RS 1000" entstand zu einer Zeit, als in der DDR nur wenig Mittel zur Verfügung standen und gilt auch heute noch als "Symbol der Freiheit".
Das zweisitzige Sportcoupé "Melkus RS 1000" entstand zu einer Zeit, als in der DDR nur wenig Mittel zur Verfügung standen und gilt auch heute noch als "Symbol der Freiheit".  © Norbert Neumann

Dass die "Nummer 31" nun im Verkehrsmuseum stehen würde, war vor einigen Jahren noch undenkbar: Fast 30 Jahre stand der rote Flitzer in einem belgischen Privatmuseum.

Erst 2022 holte Melkus-Enkel Sepp den RS 1000 zurück nach Dresden. Für ihn war die Übergabe besonders emotional: "Das geht heute nicht spurlos an mir vorbei. Und mein Opa schaut sicher auch gerade stolz vom Himmel herab."

Billig war der Traumwagen schon damals nicht: "Ein Trabi kostete rund 10.000 Ostmark, der RS 1000 hingegen 28.000 Mark", weiß Leiterin Niklaus. Nun kostete der Sportwagen rund 115.000 Euro. Möglich wurde der Ankauf durch Förderungen, unter anderem der Kulturstiftung der Länder, sowie durch Spenden.

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Museums-Chef Michael Vogt (56): "Er verkörpert die ambivalente Verbindung von technischem Pioniergeist und den systembedingten Grenzen der DDR-Mangelwirtschaft."

Noch bis 21. Juni steht der "Ferrari des Ostens" im Lichthof. Danach geht es vorerst ins Lager. Zum 75. Museumsgeburtstag soll der Kult-Flitzer dann im Rahmen einer Rennwagen-Ausstellung dauerhaft zu sehen sein.

Titelfoto: Norbert Neumann

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