Dresden - Während um das Lingnerschloss noch ein Rechtsstreit tobt, stellte ein neu gegründeter Förderverein nebenan auf Schloss Albrechtsberg seine Visionen für die Zukunft der beiden Elbschlösser vor. Kernziel ist die Unterstützung bei Erhalt und Sanierung des historischen Ensembles.
Die Schlösser prägen den Elbhang, sind Aushängeschilder der Stadt. Doch der Sanierungsbedarf ist hoch: Für Schloss Albrechtsberg, das von der städtischen Messe-Gesellschaft betrieben wird, dürften in den kommenden Jahren für Dach, Fassaden, Fenster und Haustechnik rund zehn Millionen Euro benötigt werden.
"Wir möchten dazu beitragen, Schloss Albrechtsberg und das Lingnerschloss zusammen zu entwickeln, zu erhalten und zu sanieren", erklärt Lars Knüpfer (50).
Der Chef der Dresden Information ist Vorstandsmitglied des neuen Fördervereins "Dresdner Elbschlösser", so wie etwa auch Kulturveranstalter Mirco Meinel (53, "Schlössernacht"), Ex-Stadträtin Christiane Filius-Jehne (69, Grüne), Carsten Dietmann (63, Mitgesellschafter "Lingnerterrassen", Ex-Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe, zu der auch TAG24 gehört) und Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).
Dieser sagt: "Nur mit einem bürgerschaftlichen Engagement aus der Mitte der Stadtgesellschaft wird der Erhalt und die Sanierung des historischen Ensembles gelingen." Dafür will der Verein künftig Spendengelder einsammeln.
Rechtsstreit zwischen Stadt und Insolvenzverwalter
Das darf der Förderverein Lingnerschloss nebenan nicht mehr: Der hatte über 17 Millionen Euro angeworben, damit 90 Prozent der Bausubstanz sanieren lassen, ging aber als Betreiber des Schlosses (über Erbpacht) pleite.
Aktuell läuft ein Rechtsstreit zwischen Stadt und Insolvenzverwalter vor dem OLG. Die Stadt will ihr Schloss wieder selbst übernehmen, soll dafür aber eine Art "Ablöse" zahlen.
Ein jüngst aufgetauchter Investor könnte den Verein aber retten und damit das Schloss noch einige Jahre weiter betreiben.
Bis 19. Mai sollen Verhandlungen über einen Vergleich der Streitparteien beendet sein - Ausgang offen, das letzte Wort hat zudem der Stadtrat.