Radebeuler Senior erfüllt sich Kindheitstraum: Ex-Klinikchef ist jetzt Burgherr!

Radebeul - Im Berufsleben fand Andreas Gerhardt (70) nie die Zeit für die Verwirklichung seines Kindheitstraumes, war jahrelang als Krankenhaus-Chef in Dresden ausgelastet.

Andreas Gerhardt (70) aus Radebeul werkelt seit über einem Jahr an seiner Burganlage.
Andreas Gerhardt (70) aus Radebeul werkelt seit über einem Jahr an seiner Burganlage.  © Norbert Neumann

Jetzt hat es der Radebeuler Senior endlich geschafft: Während des Corona-Lockdowns hat er eine märchenhafte Burganlage aus Holz errichtet.

Schon als Kind faszinierte ihn Holz, der einprägsame Geruch in Werkstätten. Mit acht Jahren werkelte er mit sowjetischen Teekisten aus Sperrholz herum. Später lernte Gerhardt Tischler, studierte Holztechnologie, arbeite auch als Forscher in der Holzindustrie.

Nach der Wende wechselte er ins Gesundheitswesen, leitete von 1994 bis 2012 das Krankenhaus Neustadt in Dresden. "Ich war immer beschäftigt. Da blieb keine Zeit", erinnert er sich.

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Das änderte sich mit der Rente und vor allem dem Corona-Lockdown im März 2020. "Fernsehen ist Mist, und ins Internet gucke ich nicht", sagt er schmunzelnd.

"Und da hat mich ein alter Kindheitstraum eingeholt, eine große Burg zu bauen."

Viele Jahre leitete Gerhardt (Bildmitte) das Krankenhaus Neustadt in Dresden, zeigte 2006 dem damaligen OB Ingolf Roßmann (heute 60, FDP) die Klinik.
Viele Jahre leitete Gerhardt (Bildmitte) das Krankenhaus Neustadt in Dresden, zeigte 2006 dem damaligen OB Ingolf Roßmann (heute 60, FDP) die Klinik.  © Norbert Neumann
Die märchenhafte Burgenlandschaft entfaltet sich auf knapp 2,5 Quadratmetern, soll nach Fertigstellung im Sommer ausgestellt werden.
Die märchenhafte Burgenlandschaft entfaltet sich auf knapp 2,5 Quadratmetern, soll nach Fertigstellung im Sommer ausgestellt werden.  © Norbert Neumann

Mehr als 3000 Stunden Arbeit stecken in der Burg!

Bunte Fachwerkhäuser, Wappen an Mauern und Kutschen auf gepflasterten Wegen: In der Burganlage gibt es zahlreiche liebevoll gestaltete Details zu entdecken.
Bunte Fachwerkhäuser, Wappen an Mauern und Kutschen auf gepflasterten Wegen: In der Burganlage gibt es zahlreiche liebevoll gestaltete Details zu entdecken.  © Norbert Neumann

Ein Jahr und mehr als 3.000 Arbeitsstunden später schaut er auf fast 2,5 Quadratmeter märchenhafte Burgenlandschaft mit Türmen, Häusern, Kasematten, Verlies und Zugbrücke. Sperrholz zersägen, schleifen, leimen, montieren - Tausende Einzelteile verbaute er.

"Massiv-Dächer und Rundteile habe ich bei Tischlern und Drechslern nach meinen Maßen fertigen lassen", sagt Gerhardt. Auch seine Frau Christine (55) gestaltete mit, malte geduldig die feinen Fachwerke.

Das Burg-Kunstwerk ist kein Nachbau, entstammt seiner Fantasie, trägt der Zeit entsprechende Namen: Kohrohnaburg, Logdaunius (die Vorstadt), die Kirche St. Insiedensio.

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Bis zum Sommer sollen noch ein Briorihdädenberg sowie mittelalterliche Figuren und Kanonen aus Zinn die Burgwelt vollenden.

Dann will Gerhardt einen schönen Ort finden, wo die Burg ausgestellt und Besucher für einen guten Zweck spenden können.

Titelfoto: Norbert Neumann

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