Dresden - Das Verkehrsmuseum möchte eine Lücke in seiner Sammlung schließen und plant den Ankauf von einem originalen Rennwagen Melkus RS 1000. Nächstes Jahr soll das fahrbare Stück Dresdner Geschichte in der Schau stehen. Bis dahin werden Spenden gesammelt.
"Dieser Rennwagen ist weit mehr als ein seltenes Fahrzeug. Er stand und steht für Erfindergeist, Improvisationstalent und Leidenschaft. Er wurde erdacht und erschaffen in einem System, in dem der Sportwagenbau kaum möglich schien angesichts von Materialmangel und politischen Einschränkungen", schwärmt Museumsdirektor Michael Vogt (56).
Tatsächlich ist der Sportflitzer aus der Melkus-Autoschmiede ein ganz bemerkenswertes Automobil. Der RS 1000 wurde ab 1969 in Handarbeit in Dresden gefertigt.
Man baute nur insgesamt rund 100 Exemplare des straßentauglichen Rennwagens. Heinz Melkus investierte als Konstrukteur in das Projekt viel mehr als nur Herzblut und seine Rennsport-Erfahrung.
Das Auto mit seiner leichten, windschnittigen GFK-Karosserie, seinen präzisen Fahrwerklösungen sowie einem weiterentwickelten Wartburg-Dreizylindermotor setzte nicht nur im Ostblock Maßstäbe.
Verkehrsmuseum hat in Kooperation mit Ostsächsischer Sparkasse 99-Funken-Spendenaktion gestartet
Vogt spricht von einem symbolträchtigen Fahrzeug, das sein Museum von Sepp Melkus übernehmen möchte.
"Der Gesamtkaufpreis des RS 1000 liegt bei 115.000 Euro", erklärt der Direktor. Der Ankauf wird gefördert etwa durch die Kulturstiftung der Länder.
Das Verkehrsmuseum selbst hat in Kooperation mit der Ostsächsischen Sparkasse eine 99-Funken-Spendenaktion gestartet.
Vogt: "Wir wollen den Rennwagen als öffentliches Gut sichern. Er soll in unserem Museum frei zugänglich sein."