Rotes Gold im Grünen Gewölbe: Was hat es damit auf sich?
Dresden - Im Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes im Residenzschloss entfaltet sich ab Freitag eine Sonderausstellung, die die außergewöhnliche Verbindung von Bergbau, Materialverwandlung und kunsthandwerklicher Meisterschaft thematisiert. Ihr Titel: "Rotes Gold. Das Wunder von Herrengrund".
Alles in Kürze
- Sonderausstellung im Neuen Grünen Gewölbe in Dresden
- Rotes Gold thematisiert Bergbau und Materialverwandlung
- Kupferzementierung verwandelte Eisen in Kupfer
- Über 70 Exponate zeigen handwerkliche Meisterschaft
- Ausstellung läuft bis 4. Januar 2026

Vor etwa 400 Jahren ereignete sich im slowakischen Bergbaugebiet Herrengrund (Špania Dolina) ein erstaunlicher chemischer Effekt: Eisengegenstände, die in Bergwässern zurückblieben, verwandelten sich im Lauf einiger Wochen in Kupfer - ein Vorgang, der als Kupferzementierung bekannt wurde und in jener von der Alchemie besessenen Zeit als ein wahres Wunder galt.
Die Ausstellung präsentiert mehr als 70 Exponate - sogenannte Handsteine sowie kunstvoll gearbeitete Gefäße -, die das Zusammenspiel von geologischer Natur, handwerklicher Raffinesse und künstlerischer Gestaltung zeigen.
Zu sehen sind vergoldete Schalen, Krüge und Becher, die mit erzgebirgischen Motiven und Szenen aus dem Bergbau dekoriert sind.
Viele Stücke tragen Inschriften, welche auf die bemerkenswerte Verwandlung von Eisen zu Kupfer hinweisen, etwa diese: "Eisen war ich, Kupfer bin ich, Silber trag ich, Gold bedeckte mich." Solche Kunstwerke gelangten rasch in Kunstsammlungen, auch im sächsischen Raum.
Kuratorin Ulrike Weinhold nennt Ausstellung einzigartig

Die Schau ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Grünen Gewölbe, dem Bergbau- und Gotikmuseum Leogang (Salzburger Land) sowie der Slowakischen Nationalgalerie Bratislava.
Das Zentrum der Schau bildet eine Objektauswahl aus der größten Privatsammlung Herrengrunder Gefäße, der Stiftung Achim und Beate Middelschulte, die Teil des Leoganger Museums ist.
Es sei einzigartig, dass so viele Stücke in dieser Ausstellung zusammenfänden, so Kuratorin Ulrike Weinhold. Da die Stücke so fragil seien, werde eine Schau wie diese in Zukunft wohl kaum mehr möglich sein.
Die Ausstellung läuft bis 4. Januar 2026 und ist täglich (außer dienstags) von 10 bis 17 Uhr geöffnet, freitags bis 19 Uhr. Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen (Sandstein, 28 Euro).
Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis (2)