Rotes Gold im Grünen Gewölbe: Was hat es damit auf sich?

Dresden - Im Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes im Residenzschloss entfaltet sich ab Freitag eine Sonderausstellung, die die außergewöhnliche Verbindung von Bergbau, Materialverwandlung und kunsthandwerklicher Meisterschaft thematisiert. Ihr Titel: "Rotes Gold. Das Wunder von Herrengrund".

Marius Winzeler (54, l.), Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, mit Privatsammler Achim Middelschulte (80, r.) am Donnerstag bei der Vorstellung der Ausstellung.
Marius Winzeler (54, l.), Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, mit Privatsammler Achim Middelschulte (80, r.) am Donnerstag bei der Vorstellung der Ausstellung.  © Holm Helis

Vor etwa 400 Jahren ereignete sich im slowakischen Bergbaugebiet Herrengrund (Špania Dolina) ein erstaunlicher chemischer Effekt: Eisengegenstände, die in Bergwässern zurückblieben, verwandelten sich im Lauf einiger Wochen in Kupfer - ein Vorgang, der als Kupferzementierung bekannt wurde und in jener von der Alchemie besessenen Zeit als ein wahres Wunder galt.

Die Ausstellung präsentiert mehr als 70 Exponate - sogenannte Handsteine sowie kunstvoll gearbeitete Gefäße -, die das Zusammenspiel von geologischer Natur, handwerklicher Raffinesse und künstlerischer Gestaltung zeigen.

Zu sehen sind vergoldete Schalen, Krüge und Becher, die mit erzgebirgischen Motiven und Szenen aus dem Bergbau dekoriert sind.

Dresden: Diese privaten Einblicke bekommen Dresdner nur an diesem Tag
Dresden Kultur & Leute Diese privaten Einblicke bekommen Dresdner nur an diesem Tag
Dresden: So viele DDR-Karossen rollen noch auf unseren Straßen
Dresden Kultur & Leute So viele DDR-Karossen rollen noch auf unseren Straßen

Viele Stücke tragen Inschriften, welche auf die bemerkenswerte Verwandlung von Eisen zu Kupfer hinweisen, etwa diese: "Eisen war ich, Kupfer bin ich, Silber trag ich, Gold bedeckte mich." Solche Kunstwerke gelangten rasch in Kunstsammlungen, auch im sächsischen Raum.

Kuratorin Ulrike Weinhold nennt Ausstellung einzigartig

Marius Winzeler (54) ließ sich diese Vorstellung nicht nehmen.
Marius Winzeler (54) ließ sich diese Vorstellung nicht nehmen.  © Holm Helis

Die Schau ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Grünen Gewölbe, dem Bergbau- und Gotikmuseum Leogang (Salzburger Land) sowie der Slowakischen Nationalgalerie Bratislava.

Das Zentrum der Schau bildet eine Objektauswahl aus der größten Privatsammlung Herrengrunder Gefäße, der Stiftung Achim und Beate Middelschulte, die Teil des Leoganger Museums ist.

Es sei einzigartig, dass so viele Stücke in dieser Ausstellung zusammenfänden, so Kuratorin Ulrike Weinhold. Da die Stücke so fragil seien, werde eine Schau wie diese in Zukunft wohl kaum mehr möglich sein.

Dresden: Frau will Geliebte ihres Mannes erschlagen: Paartherapeutin verrät ihre krassesten Fälle
Dresden Kultur & Leute Frau will Geliebte ihres Mannes erschlagen: Paartherapeutin verrät ihre krassesten Fälle
Dresden: Mit diesen Highlights startet die Staatsoperette in neue Saison
Dresden Kultur & Leute Mit diesen Highlights startet die Staatsoperette in neue Saison

Die Ausstellung läuft bis 4. Januar 2026 und ist täglich (außer dienstags) von 10 bis 17 Uhr geöffnet, freitags bis 19 Uhr. Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen (Sandstein, 28 Euro).

Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis (2)

Mehr zum Thema Dresden Kultur & Leute: