Treppen und Mauern drohen abzurutschen: Wie Tom Pauls diesen Wanderweg retten will

Dresden - Seit 2010 - also seit 16 Jahren (!) - ist der Keppgrund-Wanderweg in Pillnitz gesperrt. Der Grund: Stützmauern und Treppenanlage an der Keppmühle sind nicht nur marode, sondern drohen abzurutschen. Doch jetzt keimt Hoffnung im Keppgrund. Die Sanierung könnte schon in diesem Jahr beginnen.

Streift gern durch die Heimat: Kabarettist Tom Pauls (66) liebt den romantisch-wilden Keppgrund.  © Stefan Häßler

Das zumindest hofft die im Herbst 2022 gegründete Bürgerinitiative "Rettet den Keppgrund", die sich für die Sanierung und Wiedereröffnung des Wanderwegs einsetzt.

Ihr prominenter Mitstreiter: Kabarettist Tom Pauls (66). "Seit ich von Leipzig nach Dresden gezogen bin, kenne ich den Keppgrund. Ich habe hier mit meinen Kindern gespielt, bin auch schon einmal im Februar im Bach gelandet und war klitschnass", erinnert sich Pauls lachend.

Im vorigen Jahr gab Pauls in der Weinbergkirche ein Benefizkonzert zugunsten des Keppgrundes. "Dabei kamen immerhin rund 8000 Euro zusammen", so Pauls. "Bis dato haben wir rund 70.000 Euro Spenden gesammelt", so die Sprecherin der Initiative Annegret Grütze (51).

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Am Dienstag kam eine weitere Spende hinzu. Denn Pauls verdingte sich bei Sachsenlotto als Möglichmacher und konnte im Namen der staatlichen Lotteriegesellschaft weitere 5000 Euro überreichen.

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Unterhalb der Keppmühle müssen die maroden Treppen dringend saniert werden.  © Stefan Häßler
Kabarettist Tom Pauls (66, l.) und Sachsenlotto-Chef Frank Schwarz (57) überreichen Annegret Grütze (51) einen Scheck über 5000 Euro für die Bürgerinitiative "Rettet den Keppgrund".  © Stefan Häßler

Hoffen auf weitere Spenden und eine Finanzspritze der Stadt

Seit 16 Jahren ist der Keppgrund gesperrt.  © Stefan Häßler

Die Gesamtkosten für die bauliche Instandsetzung belaufen sich allerdings auf etwa eine halbe Million Euro.

"Doch wir hoffen, dass die Stadt sich an der Finanzierung beteiligt und wir außerdem im Jubiläumsjahr zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber viele Spenden einwerben können", so Grütze.

Weber soll diesen Weg oft gegangen sein. "Der Keppgrund soll ihn zur berühmten Wolfsschluchtszene in seiner Oper 'Der Freischütz' inspiriert haben."

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Wie Weber waren und sind viele Dresdner von der wilden Romantik des Wanderweges angetan, nutzen ihn trotz Warn- und Verbotsschildern. Umso dringlicher ist die Sanierung.

Schon Weber und Wagner liebten den Keppgrund

Die historische Postkarte zeigt den Keppgrund anno 1919.  © imago/Arkivi

Der historische Wanderweg entlang der denkmalgeschützten Keppmühle verbindet das Elbtal mit dem Schönfelder Hochland. Bis 1984 wurde die erstmals anno 1592 erwähnte Keppmühle als Gastwirtschaft betrieben, heute wird das unter Denkmalschutz stehende Gebäude-Ensemble als Wohnhaus genutzt.

Während seiner Sommeraufenthalte in Dresden von 1818 bis 1823 war der Komponist, Dirigent und Pianist Carl Maria von Weber (1786-1826) mehrfach zu Gast in der Keppmühle. Entlang des Weges standen zu dieser Zeit vier Mühlen.

In der Romantik entdeckten viele namhafte Persönlichkeiten den Keppgrund. Hier spazierten und wanderten die Maler Adrian Zingg (1734-1816) und Carl Gustav Carus (1789-1869) sowie Komponist Richard Wagner (1813-1883).

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