Wenn 1200 kleine Ärzte Stofftiere retten: Große OP-Stunde im Teddykrankenhaus

Dresden - Ein verletztes Krokodil, ein krankes Pferd oder ein verunglückter Kuschelbär - was nach einem Kinderzimmer klingt, ist in der Dresdner Uniklinik pure Spielzeugrealität geworden.

Lia (6) beobachtet, wie ihr rosa Einhorn den Röntgenscanner durchläuft.  © Holm Helis

Noch bis Donnerstag verwandelt sich die Kinder- und Frauenklinik zum 22. Mal in ein "Teddykrankenhaus".

Hier schlüpfen Kinder selbst in die Rolle von Ärzten und können so spielerisch die Angst vorm nächsten Praxisbesuch besiegen.

Rund 1200 Kids im Alter von drei bis sechs Jahren sind dieses Jahr bei der Aktion dabei - unterstützt werden sie von etwa 130 Medizinstudenten. Während ihres Besuchs durchlaufen sie mehrere Stationen - vom Untersuchungszimmer über den Operationsraum bis hin zum Rettungswagen.

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Im ersten Abschnitt der Mini-Klinik sucht Henry (6) Rat bei einer Medizinstudentin. Sein Krokodil "Kroko" hat sich verletzt und braucht dringend Hilfe.

"Zuerst haben wir ihn gewogen - jetzt folgt eine Spitze und ein Verband", erklärt Martha Schauerte (19), für die das Projekt eine Herzensangelegenheit ist. "Ich arbeite so gern mit Kindern zusammen. Hier sieht man, wie spielerisch sie sich mit dem Thema auseinandersetzen."

Auch Lena Bräutigam (21), die sich gerade um das kranke Einhorn von Lia (6) kümmert, blickt positiv auf das spielerische Event: "Die Kinder gehen erstaunlich offen damit um. Ich habe das Gefühl, dass Verletzungen für sie nichts Schlimmes sind." Es ist bereits das dritte Mal, dass sie beim "Teddykrankenhaus" mitmacht. "Ich glaube, dass diese Aktion vielen Kindern die Angst vor dem Arztbesuch nehmen kann."

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Jasmin Herre (20) zeigt den kleinen Besuchern, was man alles im OP beachten muss.  © Holm Helis
Henry (6) und die Medizinstudentin Martha Schauerte (19) behandeln das verletzte Plüschtier "Kroko" mit einer Spritze.  © Holm Helis

Dresdner Uniklinik: Kinder üben Operationen anhand von Kuscheltieren

Ein weiteres Highlight wartet im Nebenraum: Bär "Kunibert" hat sich während einer Rollerfahrt schwer verletzt. Die angehenden Ärztinnen Jasmin Herre (20) und Jenny Marx (19), beide im zweiten Semester, erklären den kleinen Besuchern, wie es im OP zur Sache geht. Dabei dürfen die Kids auch mal selbst Hand an der Beatmungspumpe anlegen.

Egal ob beim Röntgen ihrer Stofftiere oder beim Erproben eines Rollstuhls – die Kinder sind mit Freude bei der Sache.

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