Auch der Multi-Unternehmer verzockte sich mal: Warum Wolle plötzlich auf 35.000 D-Mark Schulden saß

Dresden - Vom Verlierer der Wende zum Gewinner der Einheit - unter diesem Motto könnte Multi-Unternehmer Wolle Förster (69) einen Roman schreiben. Tut er nicht. Doch er spricht sich aus - im Podcast SAXessONY.

Hat was zu erzählen: Wolle Förster (69) am Mikro.
Hat was zu erzählen: Wolle Förster (69) am Mikro.  © Thomas Türpe

Dramaturgisch fehlt es weder an Höhen noch Tiefen in Wolles Biografie. In der DDR legte er als Berufsdiskotheker in Kulturhäusern wie auf Feiern der SED-Bonzen auf - mit Videorekorder, Kameras und Kassetten aus dem Westen.

"Als Diskotheker verdiente ich damals schnell am Abend 1000 DDR-Mark. Davon ließ ich mir von einem Ungarn das Neueste von Panasonic, Toshiba oder JVC mitbringen - zum Umtauschkurs von 1:8. Und ich verkaufte einiges auch weiter", erzählt Wolle.

Doch sein Nachbar verpfiff ihn - Förster wurde 1986 wegen "mehrfacher Hehlerei und ungenehmigter Devisenwertumläufe" zu drei Jahren Knast verurteilt. 18 Monate saß er ab.

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Total verrückt: Danach bekam er von der Jugendorganisation FDJ einen Kredit für seine Videodisko über 70.000 DDR-Mark.

Wolle kann über die Geschichte nur noch schmunzeln

Wolle hat heute in vielen Firmen den Hut auf.
Wolle hat heute in vielen Firmen den Hut auf.  © Daniel Förster
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Wolle hatte schon als Diskotheker zu DDR-Zeiten Westtechnik.
Wolle hatte schon als Diskotheker zu DDR-Zeiten Westtechnik.  © privat

"Davon habe ich zehn Farbfernseher gekauft - kurz vor der Wende", so Wolle. "Der Kredit wurde 1:2 umgestellt - so hatte ich nach der Wende 35.000 DM Schulden und zehn wertlose DDR-Farbfernseher ..."

Darüber kann Wolle heute angesichts seines Unternehmens, das vom Spielautomatenbetrieb bis zum Sushi-Lokal breit aufgestellt ist, schmunzeln.

"In 35 Jahren habe ich über 30 Millionen Euro an Gewerbe-, Vergnügungs-, Umsatz-, Körperschafts- und Einkommensteuer gezahlt."

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Fast eine halbe Million Gäste amüsierten sich bis heute in seiner Nachtbar "Klax", er hat rund 1300 Spielautomaten in dreieinhalb Jahrzehnten aufgestellt, weit über 200 Tonnen Reis in seinen Sushi-Lokalen gekocht.

Titelfoto: Thomas Türpe

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