Zwinger-Nymphen müssen restauriert werden: Verjüngungskur für steinerne Götter
Dresden - Gerüste gehören am Zwinger schon fast zum Inventar. Für die Steinbildhauer und Restauratoren der Zwingerbauhütte heißt das: Es gibt immer was zu tun. Diesmal hat es einen der größten Hingucker erwischt: das Nymphenbad.
Versteckt hinter einem Wetterschutzdach brauchen jetzt auch die sandsteinernen Meeresgötter eine Verjüngungskur.
Verschleißerscheinungen und Kalkablagerungen waren bereits seit einiger Zeit erkennbar, erklärt Alwin-Rainer Zipfl (51) vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB): "Im letzten Winter, als kein Wasser im Brunnen war, wurde das Nymphenbad von der Zwingerbauhütte intensiver untersucht."
Für die Arbeiten mussten sogar Skulpturen weichen: "Ein Faun und Putto, zehn Vasen und zwei Meeresgötter-Gruppen", zählt Restaurator Stephan Heisig (39) auf.
Anfang Juni wurden sie mit einem Kran auf einen Sattelschlepper gehievt und zur Bauhütte transportiert.
Dort geht es nun Schmutz und Verwitterungen an den Kragen.
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Frühestens im Oktober werden Arbeiten an den Figuren fertiggestellt
"Wir entfernen mit einem Skalpell und einem Reinigungspinsel sowie einem Dampfgerät Flechten, Moose und Algen. Damit tragen wir auch gealterte Farbschichten ab", weiß Restaurator Heisig.
Anschließend gibt es eine neue Farbschutzlasur, damit der typische Anblick des Elbsandsteins aus der Sächsischen Schweiz seine helle Farbe behält.
Dabei steckt in den Figuren auch jede Menge Geschichte: "Die originalen Meeresgötter-Gruppen wurden um 1725 aufgestellt, jetzt sind es Kopien. Das ist also das erste Mal in 100 Jahren, dass die originalen und kopierten Skulpturen nebeneinanderstehen. Denn in den 1920ern gab es eine große Restaurierungs-Aktion, da wurde vieles kopiert, da das Bad in einem sehr desolaten Zustand war", erklärt Heisig.
Frühestens im Oktober werden die Arbeiten fertiggestellt, schätzt SIB-Sprecher Zipfl. Kostenpunkt: etwa 75.000 Euro.
Titelfoto: Thomas Türpe

