Kunsthochschule in Finanznot: Die HfBK sieht sich von Kürzungen existenziell bedroht
Dresden - Was tun, wenn das Geld fehlt? Diese Frage stellen sich gerade viele Institutionen, besonders die von staatlichen und kommunalen Finanzquellen abhängigen. Auch die Dresdner Hochschule für Bildende Künste (HfBK) gerät in die Bredouille.
Schon ab dem kommenden Jahr könnten Einschnitte den Alltag an der Kunsthochschule verändern - mit Folgen für Studierende, Lehrende und die künstlerische Arbeit, so ist die Befürchtung.
In einer Vollversammlung am 8. Juli habe die Hochschulleitung Studierende und Beschäftigte über die kritische Entwicklung der Finanzlage der Hochschule informiert, heißt es in einer Information der Hochschule.
Kern des Problems: Die öffentlichen Zuschüsse reichten nicht mehr aus, um die laufenden Kosten zu decken. Gleichzeitig muss die HfBK seit 2025 Kürzungen beim "Zielvereinbarungsbudget" - 45.000 Euro im Jahr 2025, 86.700 Euro im laufenden Jahr - hinnehmen.
Obendrein sind in den zurückliegenden Jahren Sondermittel des Freistaates Sachsen und des Bundes weggefallen, die die Hochschule beispielsweise für den Gebäudeunterhalt und für die Ausstattung mit Computer- und Netzwerktechnik, aber auch für Innovationen in der Hochschullehre eingesetzt habe.
Das Jahr 2024 konnte die HfBK noch mit einem positiven Ergebnis abschließen, im Jahr darauf schrieb sie einen Verlust von beinah 300.000 Euro.
Schon ab 2029 könnte die HfBK ohne Rücklagen dastehen
Der Wirtschaftsplan für 2027 und 2028 sehe im kommenden Jahr einen Verlust von 482.400 und 2028 von 530.300 Euro vor, heißt es. Die Hochschule könne zwar durch gebildete Rücklagen diese Defizite in den nächsten beiden Jahren noch decken, doch bereits 2029 stünden keine Rücklagen mehr zur Verfügung.
"Wir reden nicht über Kürzungen, die sich durch zusätzliche Anstrengungen oder organisatorische Anpassungen auffangen lassen", sagt Rektor Oliver Kossack. "Wir stehen vor strukturellen Herausforderungen, die den Studienbetrieb grundlegend verändern würden."
Ohne Korrektur der aktuellen Finanzentwicklung gerate die HfBK absehbar in "eine existenzielle Schieflage". Man sehe sich gezwungen, bei den Personalausgaben zu kürzen: "Dies schlägt sich unmittelbar auf die Betreuung der Studierenden sowie die Qualität von Lehre, künstlerischer Praxis und Forschung nieder."
Mit dem Kulturministerium will man nach Lösungen suchen. Kossack: "Wir sind offen für inhaltlich und strukturell sinnvolle Verdichtungen, wo diese verantwortbar sind."
Doch wie die sächsischen Hochschulen insgesamt leide auch die HfBK unter zu geringen Zuschüssen: "Daran können auch die Erfolge der Hochschule bei der Einwerbung von Drittmitteln nichts ändern", so Kossack. Weitere Kürzungen gefährdeten unmittelbar die Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule.
Titelfoto: Norbert Neumann

