Alte Sorten in der Tüte: Großer Samentausch im Kulturpalast

Dresden - Grüne Daumen, aufgepasst: Im Kulti, wo man es auf den ersten Blick nicht erwarten mag, verstecken sich zwischen verstaubten Klassikern und neuen Sachbüchern echte Pflanzensamen – quasi auch zum Ausleihen!

In der zweiten Etage der Zentralbibliothek stehen die Saatgut-Tüten sortiert in Zettelkästen für die Besucher griffbereit.  © Norbert Neumann

Die sogenannte "Saatgut"-Bibliothek lädt Pflanzenflüsterer ein, sich aus mehr als 170 verschiedenen klassischen, alten oder seltenen Arten etwas für den heimischen Garten oder Balkonkasten mitzunehmen.

"Wir haben alles querbeet: Fleischtomate, rote Paprika, Radieschen, aber auch Kräuter wie Basilikum oder Bohnenkraut", freut sich Bibo-Sprecherin Hannah Schöller (32).

"Doch auch besonders ausgefallenes Saatgut, wie roten Popcornmais. Außerdem bieten wir seltene Sorten wie das 'Echte Herzgespann' oder die 'Kleine Wiesenraute' an." Schmetterlings- und Wildbienen-Liebhaber werden mit Gewürztagetes oder Rainfarn ebenfalls fündig.

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Die wichtigsten Informationen wie Aussehen, Gieß-Intensität oder Wuchshöhe können Interessenten vor Ort einem Steckbrief entnehmen. Wie viel hier am Ende in den Tütchen steckt, "hängt dabei von der Samenkörner-Größe ab".

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Einige Samen wie der "Einjährige Beifuß" sind lose und müssen von den Kunden selbst in Tütchen abgefüllt werden.  © Norbert Neumann

Neu gewonnene Samen sollen im Herbst zurückgebracht werden

Bibo-Bereichsleiterin Silvia Borrmann (43) hofft, dass sich noch Freiwillige für die "Saatgut"-Gruppe finden. Mail an: zb-sachundfach@bibo-dresden.de  © Norbert Neumann

Ziel der Aktion: Besondere Pflanzensorten erhalten und die Blumenvielfalt für ein gesundes Klima in der Stadt fördern: "Immerhin stehen wir als Bibliothek für Nachhaltigkeit schlechthin", betont Bibo-Sprecherin Schöller.

Wichtig ist, dass die Nutzer im Herbst daran denken, neu gewonnene Samen gereinigt und getrocknet in beschriftete Tütchen zurückzubringen.

Wie das genau funktioniert, können "Interessierte in den Büchern, die es bei uns auszuleihen gibt, herausfinden", so Bibo-Bereichsleiterin Sylvia Borrmann (43).

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Hier braucht die Bibo noch tatkräftige Unterstützung, denn "das Sichten und Eintüten kostet Zeit. Bisher haben wir nur eine Ehrenamtliche, hoffen aber, in diesem Jahr eine freiwillige 'Saatgut-Gruppe' zusammenzubekommen."

Organisiert wird der Samentausch seit 2021 gemeinsam mit Umweltzentrum sowie Umweltamt und läuft unter dem Motto "Dresdens verändertes Klima". Noch bis 28. März können sich Hobbygärtner in der zweiten Etage der Zentralbibliothek kostenfrei maximal drei Saatgut-Tüten mitnehmen.

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