Ausverkauft! Dresdens Bäder zum heißesten Wochenende des Jahres voll

Dresden - Nichts geht mehr: Weil von den elf Dresdner Freibädern oder Badestellen noch immer fünf geschlossen haben, sind die restlichen Bäder das komplette Wochenende über ausverkauft.

Das "Mocki" im Sommer 2019: Während damals nahezu beliebig Gäste eingelassen werden konnten, gibt es jetzt wegen Corona strenge Obergrenzen.
Das "Mocki" im Sommer 2019: Während damals nahezu beliebig Gäste eingelassen werden konnten, gibt es jetzt wegen Corona strenge Obergrenzen.  © Eric Münch

Hat Dresden einfach nur zu langsam nach Corona wieder geöffnet? Oder fehlen generell legale Badeflächen in der Stadt?

Lediglich für das FKK-Freibad Wostra konnte die Bäder GmbH Freitag bis Sonntag noch Tickets anbieten, alle anderen Freibäder melden: ausverkauft.

Im Laufe der nächsten Woche wird sich das entspannen, schrittweise öffnen die restlichen Bäder. Zudem entsteht der rasche Ausverkauf aktuell durch die strengen Auflagen.

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"Und dennoch sind die Dresdner Bäder ein permanentes Problemfeld, es gibt immer wieder Ärger. Die aktuelle Versorgungslücke ist nicht akzeptabel", sagt FDP-Chef Holger Zastrow (52).

Seine Forderung: "In den letzten Jahrzehnten sind mit Niedersedlitz, Bühlau und Klotzsche immer wieder Freibäder verschwunden. Das war falsch. Statt über das Sachsenbad sollten wir zuerst über neue Freibäder nachdenken."

Beschlossen hat der Rat beispielsweise ohnehin ein Freibad für Pieschen und die Neustadt.

Vorbild Langebrücker Waldbad? FDP-Chef Holger Zastrow (52) startet eine Debatte über mehr Freibäder in Dresden.
Vorbild Langebrücker Waldbad? FDP-Chef Holger Zastrow (52) startet eine Debatte über mehr Freibäder in Dresden.  © Norbert Neumann
Das Freibad Bühlau auf einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 1934.
Das Freibad Bühlau auf einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 1934.  © picture alliance / ullstein bild
Das alte Bühlauer Bad steht unter Denkmalschutz, der Kern der Anlage ist noch erhalten.
Das alte Bühlauer Bad steht unter Denkmalschutz, der Kern der Anlage ist noch erhalten.  © Norbert Neumann

Zuschussbedarf für die Bäder bereits jetzt sehr hoch

Bäder-Chef Matthias Waurick (58) zögerte lange mit den Öffnungen nach Corona, so sollte seine Bäder GmbH wirtschaftlich bleiben.
Bäder-Chef Matthias Waurick (58) zögerte lange mit den Öffnungen nach Corona, so sollte seine Bäder GmbH wirtschaftlich bleiben.  © Steffen Füssel

Verhaltener Zuspruch kommt von den Grünen. Bäder-Aufsichtsrat Torsten Schulze (51): "Die Wasserfläche für Freibäder ist eigentlich ausreichend, die Verteilung über das Stadtgebiet ist jedoch ungleich. Der Zuschussbedarf für die Bäder ist jetzt bereits sehr hoch, neue Flächen würden diesen vergrößern. Das muss gründlich geplant werden."

Schulze regt als Sofortmaßnahme an, die Freibad-Kontingente im Rahmen des Möglichen zu erhöhen.

Die Bäder GmbH unter Leitung von Matthias Waurick (58) verweist darauf, das die Freibäder in Klotzsche, Bühlau und Niedersedlitz durch Ratsbeschluss geschlossen wurden. Und: "Regelmäßig werden die zur Verfügung stehenden Wasserflächen ermittelt. Dresden hat nach diesen Kennzahlen eher zu viel Freibadfläche, wohingegen bei der Schwimmhallen-Fläche noch Bedarf zu erkennen ist", sagt Sprecher Lars Kühl (47).

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Daher würde in diesem Bereich deutlich gegengesteuert.

Titelfoto: Eric Münch/Steffen Füssel

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