Die Stadt zu Fuß entdecken: Zwei Dresdner laufen alle Bahnlinien ab

Dresden - Zwei Dresdner haben sich eine ungewöhnliche Challenge vorgenommen: Sie laufen alle Bahnlinien ab. Mit ihrem Projekt wollen sie zeigen, dass Bewegung Spaß macht und andere motivieren, selbst aktiv zu werden. Im Gespräch mit TAG24 geben sie Einblicke in ihr ungewöhnliches Vorhaben.

Celine (29) und Marcel (31) wollen alle Bahnstrecken ablaufen.  © Petra Hornig

Inspiriert wurden Celine (29) und Marcel (31) von der Lauf-Influencerin Maren Schiller. "In Berlin ist sie das gesamte U-Bahnnetz abgelaufen und ich fand die Vorstellung einfach toll, die Stadt auf diese Art neu zu erkunden und zu entdecken", erzählt Celine gegenüber TAG24.

Schnell konnte sie auch ihren Laufpartner Marcel für das Projekt begeistern. "Ein toller sportlicher Jahresvorsatz für 2026", so der 31-Jährige.

Seit Januar arbeiten die beiden das Dresdner Liniennetz Schritt für Schritt ab. Jeden Monat nehmen sie sich eine neue Bahnstrecke vor - drei von insgesamt zwölf Linien (10, 3 und 8) haben sie bereits geschafft und lassen ihre Community auf Instagram an ihren Läufen teilhaben.

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Die Strecken führen dabei quer durch die Stadt - von Blasewitz über die Neustadt bis nach Klotzsche. "Wir haben jetzt schon so viele verschiedene Stadtteile gesehen", schwärmt Celine.

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Für die beiden Dresdner ist Laufen mehr als nur Sport

Für die beiden ist Laufen mehr als nur Sport, es ist ein Ausgleich.  © Petra Hornig

Gerade diese Abwechslung macht für beide den Reiz aus. Statt immer derselben Laufrouten entlang der Elbe oder durch den Großen Garten folgen sie einfach den Gleisen - immer auf den Fußwegen entlang der Strecke. "Oft wissen wir nur, wo wir starten und ungefähr, wo wir rauskommen", beschreibt die 29-Jährige.

Doch das Abenteuer hat auch seine Herausforderungen. Besonders die Linie 3 Richtung Coschütz ist beiden in Erinnerung geblieben. "Eindeutig die anstrengendste Strecke", sagt Celine lachend. "Das Problem waren nicht die Kilometer, sondern die Höhenmeter".

Marcel ergänzt: "Dieses Gefühl, nicht zu wissen, wie lange es noch bergauf geht, kann schon frustrierend sein."

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Trotz aller Anstrengung überwiegt der Spaß. "Wir lachen eigentlich die ganze Zeit", so die Dresdnerin.

Für beide ist das Joggen mehr als nur Sport. "Das Laufen ist für mich vor allem ein Ausgleich zum Büroalltag", erklärt Marcel, der bei der Ausländerbehörde der Landeshauptstadt Dresden arbeitet.

Celine sieht es ähnlich: Da ihr Job als Integrationshelferin oft kräfteraubend ist, kann sie durch die Bewegung vieles verarbeiten. "Laufen hilft mir, meine Emotionen zu regulieren. [...] Danach komme ich richtig glücklich und erleichtert nach Hause."

Celine und Marcel raten Laufanfängern, einfach loszulegen

Celine (29) und Marcel (31) raten Laufanfängern, einfach loszulegen - jeder Lauf zählt.  © Petra Hornig

Auch ihr Blick auf Dresden hat sich verändert. "Die Stadt ist viel größer und abwechslungsreicher, als ich gedacht hätte", so die 29-Jährige. "Wir scherzen schon darüber, nächstes Jahr die Buslinien oder S-Bahn-Linien abzulaufen."

Ihr Tipp für alle Laufanfänger: einfach loslegen.

Celine empfiehlt, sich zu Beginn nicht gleich teure Gadgets oder spezielle Sportkleidung anzuschaffen. "Ein gutes Paar Laufschuhe ist wichtig - alles andere kann erst einmal aus der Sportkleidung der Schulzeit stammen."

Marcel ergänzt: "Jeder Lauf zählt. Auch wenn es am Anfang nur mäßig vorangeht - dranbleiben zahlt sich aus. [...] Egal, wie kurz oder lang, schnell oder langsam der Lauf ist, es ist immer ein guter Lauf."

Wer lieber in Gesellschaft läuft, sollte sich einer Laufgruppe anschließen - das erleichtert den Einstieg und macht zusätzlich Spaß, raten beide. Auf der Website Social Run Clubs gibt es eine Übersicht über Gruppen, denen man sich anschließen kann.

Die beiden freuen sich auch über Laufbegleitung: "Wenn ihr Lust habt, dann folgt uns gern bei Instagram (celinehandschuh, knopyi) und schreibt uns unbedingt an." Im April laufen sie die Linie 12 ab. Für den Spätsommer sind dann längeren Strecken geplant: Linie 7 mit etwa 24 Kilometern und Linie 4 mit rund 30 Kilometern.

Ihre Aktion blieb bei den Dresdner Verkehrsbetrieben nicht unbemerkt: Auf Instagram kommentierten sie den Beitrag der beiden: "Total coole sportliche Aktion - macht weiter so 💪🏃‍♀️Und den Heimweg übernehmen wir gerne 😉."

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