Dresden: Bald rollen hier die Bagger - Forscherpark verdrängt Kleingärtner

Dresden - Dieses Idyll verschwindet: Weil die Stadtverwaltung in Gruna den "Wissenschaftsstandort Dresden-Ost" auf knapp 100 Hektar errichten wird, um dort Forschungsinstitute und Unternehmen anzusiedeln, müssen alle Gärten und Datschen des Vereins "Friedland" (Gründung 1951) weichen.

Viel Herzblut haben Grit Seifert (55) und die anderen Vereinsmitglieder in ihre Gärten gesteckt.
Viel Herzblut haben Grit Seifert (55) und die anderen Vereinsmitglieder in ihre Gärten gesteckt.  © Norbert Neumann

Spätestens im kommenden Frühling hält jeder Laubenpieper an der Reicker Straße 43 die Kündigung von der Stadt in den Händen. Ab November 2023 sollen die Bagger anrücken.

Zwar ist den Kleingärtnern ein paar Hausnummern weiter die Ausgleichsfläche schon sicher, auch Entschädigungen soll es geben. Doch nicht jeder wird den Umzug mitmachen: "Gerade vielen unserer älteren Mitglieder fehlt für den Neuanfang das Geld und auch die Kraft", erklärt Grit Seifert (55), die Vorsitzende des Vereins.

Egal ob Laube, Blumenbeet oder Rasen: Alles muss von den Schrebergärtnern in Eigenregie angelegt und bezahlt werden. Deshalb hören rund 40 Altgärtner entweder ganz auf oder wechseln zu anderen Vereinen.

Grit Seifert freut sich: Zunehmend junge Familien fragen an

Noch gleicht die Ausgleichsfläche an der Reicker Straße einer Baustelle.
Noch gleicht die Ausgleichsfläche an der Reicker Straße einer Baustelle.  © Norbert Neumann

Die Folge: Fast die Hälfte der neu zu vergebenen Parzellen auf dem Ausgleichsgebiet hat noch keine Pächter! Und das trotz anhaltend hoher Nachfrage und Wartezeit in und um Dresden, glaubt man dem jüngst erschienenen "Kleingarten-Index" eines deutschen Rasenpflege-Herstellers.

Doch Grit Seifert sieht die den Wechsel auch als Chance: "Wir bekommen zunehmend Anfragen von jungen Familien. Das könnte den Altersdurchschnitt deutlich nach unten ziehen", grinst sie.

Sie hofft, dass die erfahrenen Schrebergärtner die Neuen beim Einzug auf die bis 300 Quadratmeter großen Parzellen unterstützen.

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Im Gegenzug können Letztere eine Menge Geld sparen, denn raue Mengen an erprobtem Equipment und Gartenmobiliar suchen bald neue Eigentümer. Bewerbungen und Kontakt unter kgv-friedland@web.de.

Titelfoto: Bildmontage: Norbert Neumann

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