Dresdens ungewöhnlichste WG: Hausbesuch in der Wagenburg

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Dresden - Per Ratsbeschluss wollen die Grünen durchsetzen, dass in Dresden dauerhafte und rechtlich sichere Standorte für Wagenplätze entstehen.

Frank Dresig (58) und Kristin Reddel (34) auf dem Wagenplatz "Schotter und Gleise".
Frank Dresig (58) und Kristin Reddel (34) auf dem Wagenplatz "Schotter und Gleise".  © Eric Münch

Vorerst sollen drei kommunale Flächen fünf Jahre lang an Wagenplatz-Vereine vergeben werden. Einen gibt es bereits in Dresden: "Schotter und Gleise" am Alten Leipziger Bahnhof.

Auf 4000 Quadratmetern leben dort, vor allem in Bauwagen, aber auch Jurten, etwa 25 Dresdner. Eigentümer Globus duldet das ausdrücklich. 

Als im Sommer 2015 Investorin Regine Töberich (55) den "Freiraum Elbtal" räumen ließ, fanden viele Bewohner hier ein neues Zuhause. Strom stellt Globus gegen Bezahlung, Wasseranschluss gibt es nicht, saubere Dixis ersetzen reguläre Klos.

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Am Eingang gibt es einen Vereins-Briefkasten für alle. Für amtliche Post brauchen Bewohner eine reguläre Adresse. 

"Es ist wie eine große WG, jeder kann sich zurückziehen oder auf den Plätzen die Gemeinschaft suchen", sagt Frank Dresig (58), der Musiker ist. Seine Einnahmen daraus würden für eine reguläre Wohnung nicht reichen.

Stadtrat Torsten Schulze: "Dresden braucht alternative Wohnformen..."

Musiker Dresig in seinem Wohnwagen.
Musiker Dresig in seinem Wohnwagen.  © Eric Münch

Anders Kristin Reddel: Die 34-jährige Ergotherapeutin betreut Menschen mit Behinderung. "Ich lebe ganz bewusst hier, fast alles findet im Freien statt."

Laut ihr gehen nahezu alle Bewohner arbeiten, zudem leben Studenten auf dem Wagenplatz. Aktuell ebenso ein Weltreise-Duo, deren Film ("Herr Lehmanns WeltReise") in der Schauburg Premiere haben soll. 

Regelmäßig gibt es Filmabende, Gäste sind willkommen. All das ist jedoch temporär. "Wir wissen und respektieren, dass es zukünftig andere Pläne für das Areal gibt", so Frank Dresig.

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Die Grünen wollen helfen. "Dresden braucht alternative Wohnformen, es darf keine Verdrängung geben. Wir wollen das jetzt auch mit Mitteln des Baurechts sichern", so Stadtrat Torsten Schulze (50).


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Etwa 25 Dresdner leben am Alten Leipziger Bahnhof.
Etwa 25 Dresdner leben am Alten Leipziger Bahnhof.  © Eric Münch

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