Einsatz am ganz frühen Neujahrsmorgen: Hier machen sie unseren Silvester-Dreck weg
Dresden - Während noch vereinzelt Raketen den Himmel erleuchteten, streifte an Neujahr bereits gegen sieben Uhr die 43-köpfige Putzkolonne der Stadtreinigung (SRD) durch Dresden. Zumindest die Innenstadt sollte nach der Silvesternacht so schnell wie möglich wieder begehbar werden. Dabei besonders überraschend: Einige Plätze waren weniger vermüllt als in den Jahren zuvor.
Begonnen haben die SRD-Mitarbeiter an der Waldschlößchenbrücke. Doch der straffe Zeitplan wurde schnell von abgebrannten Mülltonnen ausgebremst.
"Die Tonnen waren zu einer riesigen 'Platte' zusammengeschmolzen. Das mussten wir erstmal mit einem Schneeauto wegräumen", erklärte SRD-Einsatzleiter Maik Pfützner (36), der bereits seit 2 Uhr auf den Beinen war, um zusätzlich den Winterdienst-Einsatz zu koordinieren.
Von der Waldschlösschenbrücke aus arbeiteten sich die Kräfte in Orange weiter über das Terrassenufer Richtung Theaterplatz und Marienbrücke vor.
Was Pfützner hier besonders ins Auge stach, war die relativ saubere Augustusbrücke: "Auf den ersten Blick sieht es allgemein weniger aus." Trotzdem rechnet er auch in diesem Jahr mit etwa 60 Tonnen Böller-Abfall: "In der Neustadt liegt dafür nämlich besonders viel."
Feuerwerksbatterien machen die Arbeit besonders schwer
Zumindest das Wetter meinte es gut mit den Putzkräften: Rechtzeitig zum Silvesterabend war die frische Schneeschicht fast geschmolzen. Nur im Hochland musste der Winterdienst ran. Um bis 13 Uhr das Zentrum wieder blitzeblank zu bekommen, düsten sieben Kehrmaschinen, vier Papierkorbwagen und zwölf Transporter über den Asphalt.
"Dabei machen uns die Feuerwerksbatterien die Arbeit besonders schwer, weil sie auch so groß sind", so Einsatzleiter Pfützner. Deshalb griff auch er zu Besen und Schaufel, um die erste große Ladung – etwa 25 Tonnen – möglichst schnell aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen: "Der restliche Silvesterabfall wird dann in den nächsten Tagen mit turnusmäßigen Reinigungen beseitigt."
Auch wenn die Aufräumarbeiten für die Straßenreiniger nicht akut gefährlich sind, bleibt bei Pfützner ein ungutes Gefühl zurück.
Vor allem mit Blick auf die Folgen der Knallerei und die Abfallmengen sieht er privates Feuerwerk kritisch: "Ganz ehrlich: Ich wünsche mir, dass es verboten wird. Was das für Auswirkungen auf Natur und Tiere hat, ist schrecklich. Ein zentral organisiertes Feuerwerk würde reichen."
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel (2)

