Er will 140 Sozialwohnungen in Dresden bauen: Rathaus lässt Investor abblitzen!

Dresden - Bezahlbarer Wohnraum ist in Dresden Mangelware. So fehlen schon jetzt Tausende Sozialwohnungen. Entsprechend hitzig verliefen zuletzt die Diskussionen im Stadtrat, wenn es um das Thema ging. Trotzdem lässt das Rathaus einen Projektentwickler abblitzen, der in Striesen 300 Wohnungen bauen will, von denen 140 Sozialwohnungen werden sollen.

Tobias Ströbel (49) will 300 Wohnungen bauen, aber darf nicht.
Tobias Ströbel (49) will 300 Wohnungen bauen, aber darf nicht.  © Sven Ellger

"Ich habe immer wieder versucht, einen Termin beim OB oder dem Baubürgermeister zu bekommen. Es hat aber nie geklappt", sagt Tobias Ströbel (49) vom Dresdner Immobilienunternehmen Areal Trading.

Stattdessen kämen aus dem Rathaus immer neue Aussagen, warum sich sein Projekt nicht umsetzen lasse.

Dass sieht auf dem Areal zwischen Schandauer, Glashütter und Gottleubaer Straße sowie den Technischen Sammlungen Dresden den Bau von vier Häusern samt Spielplatz und Radwegeverbindung vor. Der Discounter auf dem Areal soll in den Neubau integriert werden.

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"Das wäre eine Investition von 90 bis 100 Millionen Euro", so Ströbel. Im Vergleich zum Ist-Zustand wäre es sogar eine Entsiegelung von Flächen. Die Stadtverwaltung habe seine Pläne jedoch abgelehnt und wolle vielleicht ein Schwimmbad auf der Fläche bauen, sagt er.

Dazu müsste sie diese allerdings erst einmal kaufen. 4500 Quadratmeter gehören Ströbel bereits, beim Rest sei man sich mit dem derzeitigen Eigentümer einig.

So stellt sich Projektentwickler Ströbel das neue Quartier an den Technischen Sammlungen (links) vor.
So stellt sich Projektentwickler Ströbel das neue Quartier an den Technischen Sammlungen (links) vor.  © Visualisierung: ArealTrading GmbH & Co. KG
Auf dieser Fläche könnten die Wohnungen entstehen.
Auf dieser Fläche könnten die Wohnungen entstehen.  © ArealTrading GmbH & Co. KG
Das Amt von Chef-Stadtplaner Stefan Szuggat (53) lehnt die Pläne ab.
Das Amt von Chef-Stadtplaner Stefan Szuggat (53) lehnt die Pläne ab.  © Holm Helis

Tanzschul-Betreiberin Jaqueline Weise bleibt entspannt

Seit 28 Jahren wird hier getanzt. Bei einer Realisierung der Pläne müsste die Tanzschule Weise umziehen.
Seit 28 Jahren wird hier getanzt. Bei einer Realisierung der Pläne müsste die Tanzschule Weise umziehen.  © Thomas Türpe

Das Rathaus erklärt seine Ablehnung mit den Entwicklungszielen des Bebauungsplans, denen Ströbels Vorschlag nicht entspreche.

"Ferner sind die städtebaulichen Überlegungen zum Plangebiet und zur zukünftigen Art der baulichen Nutzung noch nicht abgeschlossen und vom Stadtrat bestätigt", heißt es aus dem Stadtplanungsamt.

Wann diese Überlegungen abgeschlossen und entscheidungsreif sind, ist noch offen. Auch deshalb ist Jaqueline Weise, die seit 28 Jahren auf dem Areal eine Tanzschule betreibt, noch entspannt.

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"Dass früher oder später was passieren wird, ist klar. Wir verfallen aber nicht in Panik", sagt sie.

Titelfoto: Bildmontage: Sven Ellger, Visualisierung: ArealTrading GmbH & Co. KG

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