Dresden - Den Flammen im Kleingartenverein in Dresden-Friedrichstadt sind nicht nur einfache Gartenlauben zum Opfer gefallen. Zwei Familien wurden vielmehr Orte voller Erinnerungen genommen. Sie hoffen nun auf finanzielle Hilfe, um die Gärten, in denen einst die Kinder spielten und wo gemeinsam gelacht wurde, wieder aufzubauen.
Das Gartenhäuschen von Vivien Faust (33) war so ein Ort. Seit circa acht Jahren nenne sie das Grundstück im Kleingartenverein "Emmerich-Ambrond" an der Altonaer Straße ihr Eigen, wie ihre Schwester Jasmin (31) gegenüber TAG24 erklärte.
Zu Beginn habe dort nur eine kleine Laube gestanden, mit eigener Muskelkraft habe man sich einen schönen Garten errichtet. Erst vor Kurzem seien eine Spielküche sowie ein neuer Sandkasten für Jasmins kleine Nichte (2) angeschafft worden.
Auf der Plattform "GoFundMe" hat Jasmin deshalb eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, um ihre Schwester beim Wiederaufbau zu unterstützen - 2400 Euro sind das auserkorene Spendenziel.
Doch zunächst müssten die Trümmer beseitigt werden, die durch den Brand am Sonntag verursacht wurden. Die Kosten für die Entsorgung würden sich auf 5000 Euro belaufen, die man sich gemeinsam mit den ebenfalls betroffenen Nachbarn teilen wolle: "Wir sind froh über jeden Penny", erzählte die 31-Jährige.
Insgesamt schätzt die Polizei den Sachschaden auf rund 8000 Euro, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden am Dienstag erklärte. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen derweil weiter.
Gartenlauben in Dresden abgefackelt: Weitere Familie hofft auf Spenden
Nach Polizeiangaben wurden infolge des Feuers insgesamt zwei Gartenlauben völlig zerstört. Ein weiterer Betroffener ist Nico Hempel (38) und seine Familie. Auch in ihrem Fall wurde über "GoFundMe" ein Spendenaufruf gestartet - ebenfalls hofft man auf 2400 Euro.
Nico erklärte im Gespräch mit TAG24, dass er besagte Gartensparte bereits seit seiner Kindheit kenne und schätze. Schon seine Eltern hätten dort eine Laube gehabt, in der er in den 90ern große Teile seiner Kindheit verbracht habe.
Seit gut acht Jahren sei er selbst Besitzer einer Laube, habe sie "mit Schweiß" zu einem zweiten Wohnzimmer aufgebaut, in dem heute seine zwei Kinder spielen - und auch weiterhin spielen sollen.
Angesichts der hohen Kosten für die Entsorgung der Brandreste sprach Nico zwar von einem "finanziellen Totalschaden". Doch sein Ziel ist klar: Die Laube soll wieder aufgebaut werden.
In ihrem Spendenaufruf betont die Familie, dass ihr grüner Flecken Erde weit mehr sei als ein kleines Grundstück: "Hier fanden gemeinsame Abende statt, kleine Auszeiten vom Alltag und ganz viele Erinnerungen, die nun in Flammen aufgegangen sind."