"Fortschritt darf keine verbrannte Erde hinterlassen": Ein Kommentar zur Umsiedlung des Kleingartenvereins "Friedland"

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Ein Kommentar

Dresden - Dresden treibt die Forschung mit fast aller Macht voran. Das bekamen 63 Kleingärtner zu spüren. Sie mussten ihre Parzellen räumen, damit dort der Bau des neuen "Wissenschaftsstandorts Ost" beginnen kann. Nur zehn der Laubenpieper haben den Umzug tatsächlich mitgemacht. Den anderen fehlte die Kraft, die Zeit oder schlicht die Motivation.

Die Natur erobert die brachliegende Fläche der ehemaligen Gartensparte ganz wild zurück.
Die Natur erobert die brachliegende Fläche der ehemaligen Gartensparte ganz wild zurück.  © Eric Münch

Gleichzeitig entstand nur wenige Hundert Meter entfernt eine neue Kleingartenanlage. Sie ist größer und moderner, bietet Platz für 100 Gärtner und ist inzwischen auch Rückzugsraum für seltene Reptilien und Amphibien.

Genau diese Tiere wurden zuvor auf dem alten Gelände eingesammelt und dort angesiedelt.

Kein Bagger wird auf dem künftigen Forschungsgelände rollen, bevor nicht auch die letzte geschützte Echse eingefangen und umgesiedelt ist.

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Zuerst der Naturschutz, dann die Forschung.

Fortschritt darf keine verbrannte Erde hinterlassen

Alle Tiere müssen von Naturschützern eingesammelt werden. Hier sieht man eine weibliche Zauneidechse in Abwehrhaltung.
Alle Tiere müssen von Naturschützern eingesammelt werden. Hier sieht man eine weibliche Zauneidechse in Abwehrhaltung.  © imago/Karina Hessland

Man mag es für überzogen halten, dass ein paar Echsen den Bau ausbremsen und damit auch Dresdens Weg zu einem noch stärkeren Innovations- und Forschungsstandort.

Man kann darin jedoch auch eine grundlegende Haltung zum Fortschritt und der angestrebten "Smart City" sehen.

Fortschritt darf keine verbrannte Erde hinterlassen. Wer Zukunft gestalten will, muss sich verantwortlich für die Gegenwart zeigen. Jeder Schritt nach vorn verlangt deshalb auch Umsicht und Rücksicht.

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Eine wirklich innovative Stadt zeichnet sich nicht nur durch Spitzenforschung im Elfenbeinturm aus, sondern gerade dadurch, dass sie Lebensräume erhält und Artenvielfalt schützt.

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch, IMAGO/Karina Hessland

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