Gegen Lärm und Abgase: Dresden bekommt Waldinsel mitten in der City

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Dresden - Noch herrscht auf 7000 Quadratmetern zwischen Ammonstraße und Budapester Straße Tristesse. Doch genau hier - mitten in der Dresdner City - könnte ein kleiner Stadtwald entstehen. Mit ihrer Idee, überall in der Stadt "Waldinseln" zu schaffen, stieß Arlett Wilhelm (53) auf offene Ohren im Rathaus.

Auf dieser Fläche neben dem Ammonhof könnte Wald wachsen! Arlett Wilhelm (53) hat den Stein ins Rollen gebracht.
Auf dieser Fläche neben dem Ammonhof könnte Wald wachsen! Arlett Wilhelm (53) hat den Stein ins Rollen gebracht.  © Petra Hornig

Die IT-Projektleiterin aus Reick hat seit November rund 40 Mitstreiter von dem Vorhaben überzeugt, Mini-Wälder in Dresden zu pflanzen.

Die Stadtverwaltung will dafür zunächst eine 7000 Quadratmeter große Fläche an der Ammonstraße bereitstellen. "Aktuell ist das ein Transitraum mit Abgasen und Lärm. Wir wollen eine Naturfläche schaffen, wo man sich wohlfühlt und Abkühlung findet", erklärt Wilhelm. "Im Sommer könnten sich Reisende künftig dort statt im Hauptbahnhof aufhalten. Die Waldinsel könnte auch eine Art Draußengarten für Anwohner sein."

Das Stadtgrünamt sieht Potenzial in der Idee. Laut Abteilungsleiter Mattes Hoffmann (54) könne ein Mini-Wald die Fläche verschönern, die Artenvielfalt erhöhen und für Schatten sorgen.

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Bei Erfolg sei durchaus denkbar, "dass im Stadtgebiet auch auf weiteren Flächen urbane Waldinseln entstehen".

Mattes Hoffmann (54) vom Stadtgrünamt sieht Chancen in den "Waldinseln".
Mattes Hoffmann (54) vom Stadtgrünamt sieht Chancen in den "Waldinseln".  © Thomas Türpe
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Auch die Dresdner Uniklinik tüftelt an einer Waldinsel ("Gesundheitswald"), die etwa therapeutischen Zwecken dienen könnte.
Auch die Dresdner Uniklinik tüftelt an einer Waldinsel ("Gesundheitswald"), die etwa therapeutischen Zwecken dienen könnte.  © picture alliance / ZB/euroluftbild.de

Vorbild für die Waldinseln ist das japanische Konzept der "Tiny Forests"

Idealerweise ab Herbst will die Gruppe um Arlett Wilhelm mit dem Pflanzen anfangen.
Idealerweise ab Herbst will die Gruppe um Arlett Wilhelm mit dem Pflanzen anfangen.  © picture alliance / imageBROKER

Der Verein "Stadtgärten" plant bereits eine kleinere Waldinsel am Alberthafen. Sogar die Uniklinik tüftelt an einem "Gesundheitswald" - unter Bäumen könnten Patienten und Mitarbeiter Erholung finden. Die Projektgruppe um Wilhelm spricht außerdem mit Vonovia über weitere Freiflächen. Arlett Wilhelm: "Sehr schön wäre es, Innenhöfe von Mehrfamilienhäusern aufzuforsten."

Vorbild für die Waldinseln ist das japanische Konzept der "Tiny Forests". Dabei wird eine kleine Fläche besonders dicht mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Nach rund drei Jahren soll sich ein eigenes, robustes Ökosystem entwickelt haben, das wenig Pflege braucht.

"Durch kluges Pflanzen wird die Fläche nicht verwahrlost aussehen", betont Projektinitiatorin Wilhelm und sagt mit Blick auf das Projekt an der Ammonstraße: "Für das Sicherheitsgefühl wollen wir darauf achten, keine dunklen Ecken zu schaffen." Nicht nur Wald, auch Wege und Blühwiese sollen angelegt werden.

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Rund 240.000 Euro soll allein der neue, kleine Wald kosten. Wilhelm und ihre Unterstützer rechnen mit einer großzügigen EU-Förderung, 30.000 Euro Eigenanteil sollen über Spenden zusammenkommen. "Sollten wir weniger Geld zur Verfügung haben, fangen wir klein an und pflanzen später nach. Auf dieser großen Fläche können auch mehrere Waldinseln entstehen."

Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig, Thomas Türpe

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