Große Sorgen wegen maroder Halle: Sitzen Schwimmer in Klotzsche schon bald auf dem Trockenen?
Dresden - Der Zustand der Schwimmhalle Klotzsche ist erbärmlich, womöglich muss sie schon im Sommer saniert werden. Eine Nachricht, die Vereine eiskalt erwischt. Vereins-Chef Steffen Herzog (68) vom Schwimmverein Weixdorf schlägt Alarm!
Werde die Halle dieses Jahr nicht saniert, könne ihr Betrieb "in statisch-konstruktiver Hinsicht nicht mehr vertreten werden", warnte die Stadt jüngst unter Berufung auf ein Statikerbüro. Hinsichtlich Lüftungsanlage, Kellerdecke und Schwimmbecken bestehe "dringender Handlungsbedarf".
Doch im Falle einer Sanierung - Kostenschätzung: 3,8 Millionen Euro - verlieren zehn Vereine, die dort regelmäßig schwimmen und tauchen, ihre Bleibe.
Eigentlich plant Herzog vom Schwimmverein Weixdorf (182 Schwimmer, 18 Trainer) gerade das Trainingsjahr ab Sommer 2026. Jetzt sagt er sorgenvoll: "Wenn wir plötzlich ohne Schwimmhalle dastehen, ist unser Verein existenziell gefährdet."
Ausbildung, Training, Wettkampf, Gemeinschaft - ohne Halle fehlt den Vereinen ein fester Sammlungspunkt. Herzog befürchtet einen massiven Mitgliederschwund. "Wahrscheinlich verlieren wir ein Drittel unserer Schwimmer."
Wo sollen die ganzen Schwimmer hin, wenn die Halle schließt?
Auch beim DLRG Dresden schrillen die Alarmglocken. "Neben der Breitenausbildung ist die Halle essenziell für die Einsatzfähigkeit der Wasserretter", heißt es. Ein ersatzloser Wegfall "gefährde die Sicherheit an Dresdens Gewässern."
Jürgen Pornitz (60), Schwimmchef im Postsportverein Dresden (140 Schwimmer, 8 Trainer): "Wenn die Halle schließt, sinkt das Schwimmniveau in Dresden."
Kaum jemand aus dem Dresdner Norden werde ständig in die Stadt pendeln, doch dorthin würden Vereine wohl ausweichen müssen. Das Rathaus erwägt den Schwimmsportkomplex Freiberger Platz als Ersatz - zulasten dortiger Vereine.
Schulkinder, die in Klotzsche schwimmen lernen, könnten womöglich ins Nordbad oder die Schwimmhalle Bühlau ausweichen, aber hier fehlen ebenfalls Kapazitäten.
"Man hätte das Gebäude früher ertüchtigen und den Neubau mehr vorantreiben müssen", sagt Vereins-Chef Herzog. Jetzt fordert er wenigstens einen späteren Sanierungsstart. "Der Sommer wäre ein Worst-Case-Szenario für uns. Wir müssen uns vorbereiten und alles umplanen, wenn die Schwimmhalle wegfällt."
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe

