Dresden - Ausgezeichnet! Am Samstag würdigt OB Dirk Hilbert (54, FDP) im Rathaus zehn Dresdner Persönlichkeiten, die sich ehrenamtlich in besonderer Weise in der Stadt engagieren. Darunter auch Sandra Schnitzer (45), die seit 2011 als Dresdens erste langjährige Feuerwehrchefin die Kameraden in Lockwitz leitet.
Alle hören auf ihr Kommando: 27 Kameraden im aktiven Dienst (darunter drei Frauen), 28 weitere in der Alters- und Ehrenabteilung sowie 18 Nachwuchs-Floriansjünger leitet Sandra bei der Freiwilligen Feuerwehr Lockwitz an.
Sie selbst machte schon mit zehn Jahren bei der Jugendfeuerwehr mit - Familientradition! Schon ihr Opa löschte Brände, auch ihr Vater, Bruder, Schwester, Onkel und Nichte sind dabei. Vor 15 Jahren wurde sie zur Chefin gewählt - seitdem steht sie auf der Wache ihren Ma.., äh, Frau.
Ihren Lebensunterhalt verdient sie als Zahnarzthelferin, rückt bis zu zweimal die Woche für ihr Ehrenamt aus.
Die Lockwitzerin riskiert ihre eigene Gesundheit nicht nur bei Bränden wie in der Gohrischheide.
Als Sandra mit ihrem Team als Erste bei einem Autounfall eintraf, waren die Opfer eingeklemmt. "Die Mama stand unter Schock, ihr kleiner Sohn schrie", erinnert sie sich. "Ich beruhigte mit Worten, schließlich konnten wir alle befreien."
Anderen Menschen zu helfen - das macht den Job neben der Kameradschaft für Sandra aus. Mittlerweile folgten auch weitere Frauen ihrem Vorbild, etwa bei der Stadtteilfeuerwehr in Wilschdorf.
Familientradition wird fortgeführt
Fünf weitere Jahre kann sich Sandra noch als Wehrleiterin vorstellen. "Mit 50 Jahren ist es dann eine sehr gute Zeit, den Posten zu räumen. Aber mitfahren auf dem roten Auto möchte ich gerne, solange es die Gesundheit erlaubt", sagt sie.
Aber natürlich wird die Familientradition fortgeführt: Sohn Franz (25) arbeitet bei der Berufsfeuerwehr. Für die war Sandra damals mit einer Größe von 1,65 Meter zwei Zentimeter zu klein - ein Glück für Lockwitz.
Neun weiteren Persönlichkeiten überreicht Dresdens OB am Samstag die Ehrenmünze (massives Silber, wiegt 60 Gramm) fürs Ehrenamt.
Hilbert: "Damit sagen wir stellvertretend für die gesamte Stadtgesellschaft: Danke für Ihre Ausdauer und Ihre Leidenschaft".