Historisches Windrad in Grumbach soll wieder drehen

Dresden - Sie verschandeln die Landschaft und verursachen Lärm. Viele Bürger wehren sich vehement gegen den Bau rotierender Wind-Giganten. Nicht so in Grumbach (bei Wilsdruff): Weil das kaputte Windrad an der Tharandter Straße noch aus uralten Zeiten stammt, soll es sich schon bald wieder drehen.

Weil das Kugellager des Windrades nach einem Sturm verschlissen war, musste es 2013 abgenommen werden.
Weil das Kugellager des Windrades nach einem Sturm verschlissen war, musste es 2013 abgenommen werden.  © Steffen Füssel

Wie alles begann: 1909 von der Maschinen- und Windmotorenfabrik Carl Reinsch in Dresden erbaut, diente die Anlage zunächst dem Antrieb einer Wasserpumpe.

Bis 1982 sicherte sie die Trinkwasserversorgung der nahegelegenen Gemeinde Braunsdorf. Danach blieben Windturbine und Gebäude als "technisches Denkmal" erhalten. Doch das Windrad wurde durch Stürme immer wieder beschädigt, musste 2013 sogar abgenommen werden. Seither liegt die Konstruktion auf der Wiese.

Damit soll jetzt Schluss sein! Nach Ostern starten die lang ersehnten Sanierungsarbeiten (Kosten: 236.000 Euro). Es gibt viel zu tun: Das Fundament des Mastes muss freigelegt, Stahlkonstruktionen ausgetauscht, mechanische Teile wie Kugellager, Welle und Bremseinrichtung erneuert werden. "Hier ist sehr viel Fingerspitzengefühl und Liebe zum Detail gefragt", so Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (48).

Dresden: Polizei liefert sich Verfolgungsjagd mit VW: Bei der Kontrolle kommt einiges ans Licht
Dresden Crime Polizei liefert sich Verfolgungsjagd mit VW: Bei der Kontrolle kommt einiges ans Licht

Gemeinsam mit der 2015 gegründeten Interessengemeinschaft Windrad hatte sich der Politiker für den Wiederaufbau des historischen Giganten stark gemacht. "Das Windrad ist ein wichtiger Sachzeuge der Technikgeschichte", so Rother weiter.

Das historische Windrad in Grumbach soll sich schon bald wieder drehen. Dann sind auch Schutzhütten mit Info-Tafeln, Pkw-Stellplätze und ein Radweg geplant.
Das historische Windrad in Grumbach soll sich schon bald wieder drehen. Dann sind auch Schutzhütten mit Info-Tafeln, Pkw-Stellplätze und ein Radweg geplant.  © Steffen Füssel
Viele Teile des Windrades sind total verrostet.
Viele Teile des Windrades sind total verrostet.  © Steffen Füssel
Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (48) macht sich für die Sanierung stark.
Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (48) macht sich für die Sanierung stark.  © Eric Münch

"Es ist das letzte erhaltene Exemplar in unserer Gegend."

Titelfoto: Steffen Füssel/Eric Münch

Mehr zum Thema Dresden Lokal: