Historisches Windrad in Grumbach soll wieder drehen
Dresden - Sie verschandeln die Landschaft und verursachen Lärm. Viele Bürger wehren sich vehement gegen den Bau rotierender Wind-Giganten. Nicht so in Grumbach (bei Wilsdruff): Weil das kaputte Windrad an der Tharandter Straße noch aus uralten Zeiten stammt, soll es sich schon bald wieder drehen.
Wie alles begann: 1909 von der Maschinen- und Windmotorenfabrik Carl Reinsch in Dresden erbaut, diente die Anlage zunächst dem Antrieb einer Wasserpumpe.
Bis 1982 sicherte sie die Trinkwasserversorgung der nahegelegenen Gemeinde Braunsdorf. Danach blieben Windturbine und Gebäude als "technisches Denkmal" erhalten. Doch das Windrad wurde durch Stürme immer wieder beschädigt, musste 2013 sogar abgenommen werden. Seither liegt die Konstruktion auf der Wiese.
Damit soll jetzt Schluss sein! Nach Ostern starten die lang ersehnten Sanierungsarbeiten (Kosten: 236.000 Euro). Es gibt viel zu tun: Das Fundament des Mastes muss freigelegt, Stahlkonstruktionen ausgetauscht, mechanische Teile wie Kugellager, Welle und Bremseinrichtung erneuert werden. "Hier ist sehr viel Fingerspitzengefühl und Liebe zum Detail gefragt", so Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (48).
Gemeinsam mit der 2015 gegründeten Interessengemeinschaft Windrad hatte sich der Politiker für den Wiederaufbau des historischen Giganten stark gemacht. "Das Windrad ist ein wichtiger Sachzeuge der Technikgeschichte", so Rother weiter.
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"Es ist das letzte erhaltene Exemplar in unserer Gegend."
Titelfoto: Steffen Füssel/Eric Münch
