Dresden - Sie sind wieder da! Mit der sogenannten "Hochlandjugend" (HJ) formiert sich hinter der Dresdner Heide in kürzester Zeit eine zweite gewaltbereite Neonazi-Jugendbewegung. Experten und Betroffene schlagen Alarm. Die SPD-Fraktion im Landtag will die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen - und setzt auf Dresdner Erfolgskonzepte.
Diese HJ ist eine Gruppe junger Neonazis von 13 bis etwa 21 Jahren. Mitgliedszahlen schwanken, im Kern zählen sie nach TAG24-Infos etwa 18, im Unterstützerkreis um die 50 Personen.
Seit dem Frühjahr 2024 terrorisieren sie verstärkt das Schönfelder Hochland, verteilen Flyer "für ein weißes Europa", kleben Nazi-Sticker.
Mitglieder sollen zudem (mit)verantwortlich sein für Übergriffe nach Demos, auf den Christopher Street Day oder auch für den Angriff auf den Europa-Politiker Matthias Ecke (43, SPD).
"Allgemein verändert sich das Schulklima", erzählt Steve Handschur vom Stadtschülerrat Dresden. Mitschüler und andere Jugendliche würden Dinge aktiv bekämpfen, die nicht in ihre Ideologie passen. "Sexuelle Kommentare nehmen zu, rassistische sowieso."
Sachsens Kulturbüro-Chef Matthias Nattke (47) sagt, dass das ein gesamtdeutsches Problem sei. Obwohl sich hier eine Kontinuität seit den 90ern abzeichnet.
SPD-Politiker Albrecht Pallas will landesweite SOKO
Landtagsvize Albrecht Pallas (46) und Abgeordnete Sophie Koch (32, SPD) wollen das brechen. Pallas will die auf Jugendkriminalität spezialisierte SOKO Iuventus aus Dresden landesweit ausrollen.
Zudem sollen Konzepte wie die Citywache, wo sämtliche Kräfte zur Verbesserung eines Platzes gesammelt werden, auch für das Nachwuchs-Nazi-Problem an den Hotspots gegründet werden.
Koch pocht auf Gelder für Jugendliche und Schulsozialarbeit. Bei letzterem wurde am Freitag bereits ein Teilerfolg eingefahren, wird es auch im nächsten Doppelhaushalt zumindest dieselben Mittel (rund 37,5 Millionen Euro) dafür geben.
Die Fraktion will bis Herbst ein komplettes Maßnahmenpaket geschnürt haben.