"Katze Q": Besonderer Escape Room in Dresden eröffnet!

Dresden - Die Lernspiel-App "Katze Q" soll Kinder für Quantenphysik begeistern. Jetzt gibt es das digitale Game auch in der Realität: Am Donnerstag wurde in den Technischen Sammlungen "Katze Q - Ein Quanten-Adventure" eröffnet. Die begehbare Kiste ist der erste Escape Room zur Quantenphysik für Kinder in Deutschland.

"Katze Q" in den Technischen Sammlungen ist Deutschlands erster Escape-Room zur Quantenphysik für Kinder in Deutschland.
"Katze Q" in den Technischen Sammlungen ist Deutschlands erster Escape-Room zur Quantenphysik für Kinder in Deutschland.  © Holm Helis

"Wir öffnen hier eine ganz berühmte Kiste", sagt Roland Schwarz, Direktor der Technischen Sammlungen.

Er bezieht sich auf ein populäres Gedankenexperiment des Nobelpreisträgers Erwin Schrödinger (1887-1961) aus dem Jahr 1935: Stecke man eine Katze in eine Kiste und verschließe diese, dann könne das Tier lebendig und zugleich tot sein, so sein Beispiel für einen Grundsatz der Quantenmechanik.

Dieser besagt, dass sich Objekte in Zerfallsprozessen zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Zuständen befinden können, die sich eigentlich gegenseitig ausschließen. Nicht zuletzt die US-Sitcom "The Big Bang Theory" brachte "Schrödingers Katze" einem breiten Publikum nahe.

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Darauf basierend hatten Wissenschaftler des gemeinsamen Exzellenzclusters ct.qmat der Unis Dresden und Würzburg mit Game-Designer Philipp Stollenmayer "Katze Q" entwickelt, eine kostenlose Lernspiel-App, über eine halbe Million Mal heruntergeladen und mehrfach preisgekrönt.

Schwarz: "Wir wollten dieses Handyspiel haben, aber analog, zum Anfassen."

Ministerpräsident Michael Kretschmer (48, CDU) ist Schirmherr des Projektes. Er sagt: "Wissenschaft muss für alle verständlich sein."
Ministerpräsident Michael Kretschmer (48, CDU) ist Schirmherr des Projektes. Er sagt: "Wissenschaft muss für alle verständlich sein."  © Holm Helis

Schrödingers Katze: 17 Rätsel um Anfassen!

Gleichzeitig tot und lebendig: Das Gedankenexperiment "Schrödingers Katze" ist die Grundlage.
Gleichzeitig tot und lebendig: Das Gedankenexperiment "Schrödingers Katze" ist die Grundlage.  © Holm Helis

So haben die ct.qmat-Experten mit Designer Stollenmayer die Kiste des digitalen Schmusetieres in eine bunte "Quantenwohnung" rückübersetzt, mit Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer, in denen sich 17 Rätsel verbergen.

Begleitet von einem Hausmeister, dem Comedian Olaf Schubert (56) die Stimme leiht, lassen sich "Phänomene aus der verrückten Quantenwelt mit allen Sinnen erleben." So erklärt es Matthias Vojta, Professor für Theoretische Festkörperphysik an der TU Dresden.

Für ihn ist wichtig: "Früh Interesse für Physik wecken." Denn Physik gehöre zu den wenig beliebten Schulfächern. "Wir wollen Kindern aber zeigen, dass diese Dinge, die wir Forscher cool finden, auch Spaß machen und für Laien verständlich sind."

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So kann man "Komplexe Zahlen" in einem Steckspiel ergründen, die "Heisenbergsche Unschärferelation" an einem Modell scharf stellen oder "energiesparende kalte Chips für zukünftige Computer" zusammenpuzzeln. Verständliche Hintergrundinformationen dazu liefert das "Katze Q"-Lexikon Kittypedia auf Papier oder per QR-Code.

Ist die Katze nun tot oder lebendig? Das muss man selbst herausfinden.

Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis

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