Dresden - Wohnraum in Dresden ist knapp und wird immer teurer. Ein Wildwuchs von Ferienwohnungen verschärft das Problem, insbesondere in Altstadt und Neustadt. Der Stadtrat beauftragte OB Dirk Hilbert (54, FDP) im März 2024, dagegen vorzugehen. Ein Ergebnis gibt es noch nicht.
Fast zwei Jahre später warten die Lokalpolitiker noch immer auf eine entsprechende Vorlage. Die Verwaltung bummele, monieren Kritiker.
"Während in Dresden die Satzung im Rathaus versauert, hat Leipzig das Zweckentfremdungsverbot schon vor anderthalb Jahren beschlossen", sagt Stadtrat Stefan Engel (33, SPD) in Richtung von Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).
Das Rathaus entgegnete, die Vorlage befinde sich derzeit in der "verwaltungsinternen Abstimmung". Hohe fachliche und juristische Anforderungen sowie personelle Engpässe hätten zu Verzögerungen bei der Erarbeitung beigetragen, heißt es in einer Mitteilung von Hilbert an die SPD.
Immerhin: Nach aktuellem Stand könnte die Vorlage die Gremien des Stadtrates im März dieses Jahres erreichen.
Etwa 2200 Ferienwohnungen gibt es in Dresden, schätzt das Rathaus auf Basis von Hochrechnungen zu Portalen wie "Airbnb".
Auf Grundlage eines Landesgesetzes können Kommunen gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum vorgehen, wenn dieser mehr als zwölf Wochen im Jahr zur Fremdbeherbergung oder Kurzzeitvermietung genutzt wird oder länger als zwölf Monate leer steht.