Kommentar zum Lingnerschloss: Bitte keinen Schnellschuss

Dresden - Es ist eine DER Fragen des Sommers und treibt viele Dresdner um: Wie geht's weiter mit dem Lingnerschloss? Die beiden millionenschweren Investoren haben bereits den Vertrag zur Übernahme des Erbbaurechts für 44 Jahre unterschrieben und nun ihr Nutzungskonzept eingereicht. Ein Kommentar.

Was wird aus dem Lingnerschloss?  © Thomas Türpe

Das liest sich wie erwartet blumig, an neun Stellen ist von "Gemeinwohlorientierung" die Rede. Interessant ist vor allem, was nicht drinsteht.

Wie genau sollen welche Areale im Schloss öffentlich zugänglich bleiben? Was hat es mit Unternehmenspartnerschaften auf sich? Für wen sind die privaten Feiern gedacht? Was soll es kosten, das Schloss für Veranstaltungen zu mieten?

Und was wird eigentlich aus dem bislang vorhandenen Restaurantangebot, wenn es künftig nur noch Biergarten, Vinothek und Café geben soll?

Dresden Lokal Von wegen Ferien! In diesen Schulen wird gearbeitet

Leider haben sich die beiden Investoren bislang nicht den kritischen Fragen von TAG24 stellen wollen.

Stattdessen haben sie ein Internetforum (www.lingner-forum.de) eingerichtet, mit dem sie einen "Bürgerdialog" vorgaukeln.

Anzeige
TAG24-Chefreporter Hermann Tydecks hat noch seine Zweifel.  © Eric Münch

Stadträte zweifeln

Selbst wenn das Konzept vollumfänglich transparent wäre - es ist bislang kein Bestandteil der Verträge. Im Zweifel sollte man den Investoren also vertrauen können, dass sie ihre gut formulierten Absichten auch in Jahrzehnten noch umsetzen - und sich nicht vor Gericht darüber streiten. Es gibt Stadträte, die daran zweifeln.

Insofern stellt sich die Frage, wieso der Stadtrat sich nicht wenigstens auch die Ideen anderer Interessierter anhören sollte, bevor er vorschnell eine Entscheidung trifft, die am Ende (fast) alle bereuen könnten.

Mehr zum Thema Dresden Lokal: