Kurzer Weg, kurze Dauer: "Letzte Generation" zieht durch Dresdner Innenstadt

Dresden - Kurzfristig geplant, schnell vorbei: Für 17 Uhr hatte die "Letzte Generation" zu einer Demo in der Dresdner Innenstadt aufgerufen. Diese ging nur wenige Meter weit und führte nur zu geringfügigen Verkehrsstörungen.

Der Demonstrationszug setzte sich am Freitagnachmittag zu einer spontanen, aber angezeigten Demonstration am Dippoldiswalder Platz in Bewegung.
Der Demonstrationszug setzte sich am Freitagnachmittag zu einer spontanen, aber angezeigten Demonstration am Dippoldiswalder Platz in Bewegung.  © Eric Hofmann

Seit die Klimakleber nicht mehr kleben wollen, versuchen sie durch andere, teils radikale Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen: So befinden sich der Aktivist Michael Winter (61) seit dem 16. April, "Tin" seit dem 30. April im Hungerstreik.

Zusammen mit anderen Hungernden wollen sie damit Bundeskanzler Olaf Scholz (65, SPD) dazu bringen, in einer Regierungserklärung die dramatischen Folgen des Klimawandels zu benennen.

Sowohl Winter als auch Tin kamen am 15. Mai infolge ihrer Aktion ins Krankenhaus.

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Um sich mit ihnen solidarisch zu zeigen, sammelte sich die Letzte Generation zu einer spontanen, aber angezeigten Demonstration am Dippoldiswalder Platz.

17.14 Uhr setzte sich der Zug aus 19 Teilnehmern über die Waisenhausstraße in Bewegung, verließ diese jedoch schon vier Minuten später für eine Zwischenkundgebung an der Prager Straße: "Die Einlieferung ins Krankenhaus war ein erwartbares Szenario", so eine Rednerin.

Demo der "Letzten Generation" in Dresden dauerte nur wenige Minuten

Gegen 17.30 Uhr erreichten die Aktivisten das Dresdner Rathaus.
Gegen 17.30 Uhr erreichten die Aktivisten das Dresdner Rathaus.  © Eric Hofmann

"Und dennoch trifft es uns hart. Für einige von uns sind diese Menschen gute Freunde, aber auch ungeachtet dessen ist es ein Skandal, dass es so weit kommen musste."

17.30 Uhr zog die Demo weiter, verließ fünf Minuten später die Fahrbahn und kam kurz darauf vor dem Dresdner Rathaus an: "Die Forderung ist einfach", sagte ein Redner dort.

"Dass ehrlich eingestanden wird, dass es einen Klimanotstand gibt. Dass durch einen wissenschaftlich fundierten Plan, durch eine sozial gerechte Politik mit konsequentem Handeln ausgerichtet am Erhalt der Welt für zukünftige Generationen, den Menschen wieder Hoffnung auf eine Zukunft gegeben wird."

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Gegen 17.43 Uhr ging die Kundgebung am Rathaus zu Ende. Die Polizei hatte keinen Grund, einzugreifen.

Titelfoto: Eric Hofmann

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