Luke absichtlich verschlossen? Tierschützer kämpfen für eingeschlossene Tauben

Dresden - Tauben bis unters Dach: So ist es zumindest seit vergangenem Jahr in einem Zwischendach an einem Durchgang auf der Hauptstraße 34. Schuld daran war eine fehlende Dachplatte, durch die die Tiere in den Hohlraum gelangen konnten und sich einnisteten.

In den sozialen Medien hat ein Video von eingesperrten Tauben unterm Dach auf der Hauptstraße vor ein paar Wochen Wellen geschlagen.
In den sozialen Medien hat ein Video von eingesperrten Tauben unterm Dach auf der Hauptstraße vor ein paar Wochen Wellen geschlagen.  © Ove Landgraf

Vor einigen Wochen war die Luke plötzlich verschlossen und die Tiere waren eingesperrt. Wer sie zugemacht hat, ist bisher unklar. Die Stadttauben-Initiative, die davon Wind bekam, macht den Eigentümer Vonovia dafür verantwortlich.

Die Öffnung befindet sich direkt am Augustusmarkt, ob sie im Zuge des Marktes geschlossen wurde, kann Tierschützerin Marta Broll (43) von der Initiative nicht mit Sicherheit sagen.

Fest steht, dass die Öffnung versperrt wurde, als "am 'Einflug' die Toilettencontainer für den Weihnachtsmarkt aufgebaut wurden". Daraufhin hatte die Initiative das Veterinäramt informiert, das sich zusammen mit der Vonovia um eine neue Öffnung für die Tiere kümmerte: "Im Zuge der Begehung mit dem Veterinäramt im Dezember haben wir die Notwendigkeit und die Form der Öffnung abgestimmt, damit keine Tauben eingesperrt sind", betont Vonovia-Sprecher Matthias Wulff (49).

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Trotz der Vorwürfe seitens der Tierschützer bestreitet der Wohnungskonzern ein absichtliches Einsperren der Vögel. Sprecher Wulff erklärt: "Die Lukenplatten sind locker und jeder kann dran ruckeln. Deshalb kann nicht gesagt werden, ob und wenn ja, wer es absichtlich getan hat."

Durch die neue Öffnung passen die Tauben zumindest wieder durch.
Durch die neue Öffnung passen die Tauben zumindest wieder durch.  © Ove Landgraf
So ist der aktuelle Stand der Dachluke.
So ist der aktuelle Stand der Dachluke.  © Ove Landgraf
Taubenschützerin Marta Broll (43) wünscht sich für die Neustadt einen Taubenschlag. Das sei die einzige Möglichkeit, Mensch und Tier gerecht zu werden.
Taubenschützerin Marta Broll (43) wünscht sich für die Neustadt einen Taubenschlag. Das sei die einzige Möglichkeit, Mensch und Tier gerecht zu werden.  © Eric Münch
Vonovia-Sprecher Matthias Wulff (49) sieht kritisch, dass die Tauben an der Hauptstraße trotz Verbots gefüttert werden: "Das hilft den Tieren nicht - denn so werden die Tauben erst zu Gebäuden hingelockt."
Vonovia-Sprecher Matthias Wulff (49) sieht kritisch, dass die Tauben an der Hauptstraße trotz Verbots gefüttert werden: "Das hilft den Tieren nicht - denn so werden die Tauben erst zu Gebäuden hingelockt."  © Steffen Füssel

Tierschützerin Marta Broll hofft auf Strafe für Wohnungskonzern Vonovia

Obwohl die Tiere nun eine neue Luke haben, blickt Tierschützerin Broll mit Sorge auf die kommenden Tage, wenn der Weihnachtsmarkt abgebaut wird: "Dann wird ein Kammerjäger herangezogen. Mal schauen, ob wir zumindest herangezogen werden oder sie die Eier und Küken einfach entsorgen."

Der Wunsch von Tierschützerin Broll zur Situation: "Ich hoffe, Vonovia wird dafür belangt und es wird eine ordentliche Lösung geben, die Tiere alle rauszuholen, bevor final geschlossen wird."

Titelfoto: Bildmontage: Ove Landgraf (2)

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