Nach Beinahe-Unglück in Dresden: Hofkirchen-Heilige werden gesichert
Von Benjamin Schön, Peter Hilbert
Dresden - Nach dem Absturz des 120-Kilo-Arms der Franz-von-Assisi-Statue auf dem Vorschiff der Dresdner Hofkirche herrscht Handlungsbedarf. Jetzt greift der Freistaat durch: Alle Original-Skulpturen werden gesichert, vier besonders gefährdete Heilige sogar mit einem 100-Tonnen-Kran vom Dach gehoben.
"Wir haben festgestellt, dass der damals übliche Steinzapfen, mit dem sein linker Arm verankert war, abgebrochen ist", erklärt Gutachter Andreas Hain (44). Heute werden dafür Edelstahlanker eingesetzt.
Außerdem ist der Sockel, auf dem die Skulptur steht, gerissen. Der Arm von Franz von Assisi wird nach historischen Vorlagen neu gefertigt und präzise angebracht.
Insgesamt zieren 78 Sandsteinfiguren die barocke Hofkirche, die zwischen 1739 und 1754 nach Plänen des italienischen Baumeisters Gaetano Chiaveri entstand.
Schon früher gab es Abstürze: 1910 und 1913 brachen Teile von Figuren ab, bei der Bombardierung Dresdens 1945 wurden acht Skulpturen zerstört.
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Die Sicherungsarbeiten laufen auf Hochtouren: Netze, Halteseile und Alpin-Technik stabilisieren die Originale, bevor Ende März die Bauzäune wieder verschwinden. Dann können Besucher die Hofkirche wieder sicher bewundern.
Titelfoto: Peter Hilbert
