Dienstag fällt die Entscheidung! Behörden planen größte Evakuierung in Dresden aller Zeiten

Dresden - Kommt die Riesen-Evakuierung nächste Woche? Auf Neustädter Elbseite liegen womöglich zwei Weltkriegsbomben unter der Erde, hatten Sondierungsarbeiten an der ehemaligen Carolabrücke ergeben. Bestätigt sich der Verdacht, müssten mehr Menschen evakuiert werden als jemals zuvor.

Liegt hier, bis zu vier Meter unter der Erde verborgen, einer von zwei möglichen Blindgängern?
Liegt hier, bis zu vier Meter unter der Erde verborgen, einer von zwei möglichen Blindgängern?  © Eric Münch

Der Evakuierungsradius von 1000 Metern erstreckt sich über beide Elbseiten, vom Landtag über Georg- und Sachsenplatz auf Altstädter Seite bis hin zum Rosengarten, Albertplatz und Palaisgarten auf Neustädter Elbseite.

18.055 Anwohner wären betroffen, 1055 mehr als bei der letzten Evakuierung. Pendler, Arbeitnehmer, Touristen noch gar nicht eingerechnet.

"Diese Dimension hatten wir bislang noch bei keiner Evakuierung", sagt Feuerwehr-Sprecher Michael Klahre (47). Wie letztes Jahr wären Hunderte Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr im Einsatz, wird eine Notunterkunft in der Messe eingerichtet.

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Wie wahrscheinlich ist das Evakuierungs-Szenario?

Dresden könnte eine Evakuierung historischen Ausmaßes bevorstehen, weiß Feuerwehr-Sprecher Michael Klahre (47).
Dresden könnte eine Evakuierung historischen Ausmaßes bevorstehen, weiß Feuerwehr-Sprecher Michael Klahre (47).  © Eric Münch
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Wer innerhalb des rot umkreisten Gebiets wohnt, sollte auf eine Evakuierung - auch über Nacht - vorbereitet sein.
Wer innerhalb des rot umkreisten Gebiets wohnt, sollte auf eine Evakuierung - auch über Nacht - vorbereitet sein.  © Stadt Dresden
Polizeisprecher Thomas Geithner (53) hofft auf kooperatives Verhalten.
Polizeisprecher Thomas Geithner (53) hofft auf kooperatives Verhalten.  © Eric Münch
Räumstellenleiter Sebastian Liers (46) neben harmlosem Metallschrott, der bei den Sondierungsarbeiten aufgespürt wurde.
Räumstellenleiter Sebastian Liers (46) neben harmlosem Metallschrott, der bei den Sondierungsarbeiten aufgespürt wurde.  © Eric Münch

Erst gegen 18 Uhr wird klar: Handelt es sich wirklich um Bombenblindgänger?

Unterm Flussbett der Elbe könnten weitere Bomben versteckt sein.
Unterm Flussbett der Elbe könnten weitere Bomben versteckt sein.  © Eric Münch

Am Dienstag werden die verdächtigen Fundstellen freigelegt. Dafür wird um 16 Uhr ein Sperrkreis (150 Meter Radius) geschlossen, die Wasserstraße Elbe gesperrt, ein Drohnenflugverbot verhängt.

Erst gegen 18 Uhr wird klar: Handelt es sich wirklich um Bombenblindgänger? Müssen sie sofort entschärft werden? Oder kann noch bis Mittwoch gewartet werden? Räumstellenleiter Sebastian Liers (46) prognostiziert: "Mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Bomben."

Polizeisprecher Thomas Geithner (53) appelliert an Dresdner im Evakuierungsgebiet, sich auf alle Szenarien vorzubereiten. "Je schneller die Evakuierung erfolgt, desto eher kehrt die Normalität zurück."

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Zwei Elbbrücken liegen im Sperrgebiet, die DVB wollen im Evakuierungsfall sechs Bahnen (3, 4, 7, 9, 11, 13) über das Nadelöhr Marienbrücke leiten. Sonderbusse und Straßenbahnen würden Betroffene zur Messe fahren. Die Stadt hat unter 0351/48 87 666 eine Bürger-Hotline eingerichtet, informiert außerdem unter dresden.de/bombe.

Sollte es zur Evakuierung kommen - wird es künftig weitere geben? Mit der Freilegung am Dienstag wird das Baufeld rund um die Carolabrücke auf Kampfmittel abgesucht sein. Doch laut Michael Klahre ist "überhaupt nicht auszuschließen", dass im Zuge des Brückenneubaus weitere Bomben unterm Flussbett gefunden werden ...

Titelfoto: Bildmontage: Stadt Dresden, Eric Münch

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