Millionen-Investitionen in Dresden: Vonovia bläst zum Angriff auf die Bröckel-Platten
Dresden - Mit 41.470 Wohnungen ist Dresden nach Berlin der bedeutendste Standort für Vonovia. Der größte Vermieter in der Stadt sprach am Dienstag über laufende Sanierungen und Neubauprojekte und wies Vorwürfe des Mietervereins zurück.
Mit 83.000 Mietern und einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 7,29 Euro (stadtweiter Schnitt ist 7,33 Euro) ist und bleibe man Dresdens wichtigster Partner für bezahlbaren Wohnraum, so Regionalbereichsleiter Ingolf Stitz (50). Eine große Mehrheit der Mieter sei zufrieden mit der Wohnsituation und der Arbeit der rund 1100 Mitarbeiter (71 Azubis) vor Ort.
Im vergangenen Jahr habe man 89,5 Millionen Euro in (energetische) Sanierungen gesteckt, dieses Jahr sind weitere 86 Millionen Euro geplant. Größere Projekte laufen aktuell an der Michelangelostraße (Räcknitz), der Albertstraße (Neustadt), dem Quartier Löwenhainer Straße (Seidnitz) und am Neustädter Markt.
Dort soll die denkmalgeschützte Bröckel-Platte auf der Ostseite gegen Jahresende, bis 2028 die Westseite fertig saniert sein, damit die "Schandflecke beseitigt", kündigt Stitz an.
Auch Neubau gehe man wieder "mit Augenmaß" an. An der Blasewitzer Straße entsteht ein Mehrfamilienhaus (41 Wohnungen, Holz-Hybrid-Bauweise) mit vorgefertigter Fabrik-Produktion, wo Wände und Decken vor Ort nur zusammengesetzt werden.
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Vonovia überrascht von Tonfall des Mietervereins
Der Bau begann im Februar und soll noch dieses Jahr fertig werden. Genauso wie der vor Jahren angekündigte Verkauf von rund 4800 Wohnungen an verschiedene Käufer.
Der Regionalleiter lobte Projekte seines Konzerns für mehrere Mieter in schwierigen Lebenssituationen, den Ausbau von Solaranlagen auf Dächern (rund 60 Prozent der möglichen Dachflächen seien nun belegt), den Ausbau der Fernwärme (80 Prozent der Wohnungen angeschlossen), Wärmepumpen-Anschlüsse sowie Pflanzaktionen und fünf Mieterfeste.
Überrascht sei man vom scharfen Tonfall des Mietervereins, der Vonovia für "unrechtmäßige Mieterhöhungs-Schreiben" kritisiert hatte.
Es gebe keine systematischen Rechtsverletzungen, es gehe um rechtliche Klarheit, so Stitz. Über 80 Prozent der gerichtlichen Verfahren nach Widersprüchen würden zudem für Vonovia entschieden.
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel (2)

