Mit Schwert und Rüstung durch Dresden: Warum ein Ritter gerade alle Blicke auf sich zieht

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Dresden - Mitten im Trubel der Dresdner Innenstadt sorgt eine außergewöhnliche Erscheinung für erstaunte Blicke: Ein Ritter in voller Rüstung bewegt sich zwischen Cafés, Straßenbahnen und vorbeieilenden Passanten durch die Stadt - eine Szene wie aus einer anderen Zeit. TAG24 hat nachgehakt, was dahintersteckt.

Seine Rüstungen orientieren sich optisch an Spielen wie Elden Ring und Lords of the Fallen.
Seine Rüstungen orientieren sich optisch an Spielen wie Elden Ring und Lords of the Fallen.  © privat

Hinter dem ungewöhnlichen Auftritt steckt jedoch kein historisches Spektakel und auch keine Filmproduktion, sondern ein 27-jähriger Cosplayer, der seine aufwendigen Outfits selbst aus EVA-Schaumstoff baut und dabei großen Wert auf Detailtreue legt.

Wie der 27-Jährige, der in den sozialen Medien unter dem Namen "Dors" bekannt ist, im Gespräch mit TAG24 verrät, hat er sich schon immer für Kunst interessiert - darunter Malerei, Zeichnen und Skulpturen aus Ton.

Als bekennender "Nerd" sei bei ihm irgendwann der Wunsch entstanden, Fantasy-Welten aus Spielen wie Elden Ring oder Dark Souls in die Realität zu holen. So entstand sein Hobby mit den Cosplay-Rüstungen.

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"Ich habe für meine letzte Rüstung rund drei Monate gebraucht, mit etwa 250 bis 300 Stunden Handarbeit. [...] Teilweise verbringe ich an manchen Tagen sieben bis zehn Stunden damit, an den Details zu feilen", so der Cosplayer.

Für ihn steht dabei nicht nur das Endergebnis im Mittelpunkt, sondern vor allem der kreative Prozess. "Ich habe wirklich Spaß daran, stundenlang daran zu arbeiten und am Ende etwas Einzigartiges zu haben, das kein anderer auf der Welt hat", erklärt er.

Sein aktuelles Projekt ist ein sogenannter "Dark Crusader", ein Charakter aus dem Spiel Lords of the Fallen II, das voraussichtlich in wenigen Monaten erscheinen soll.

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Sein Auftritt sorgt in Dresden für viel Aufmerksamkeit

Für den 27-Jährigen ist Cosplay eine kreative Möglichkeit, Figuren aus seinen Lieblingsspielen zum Leben zu erwecken.
Für den 27-Jährigen ist Cosplay eine kreative Möglichkeit, Figuren aus seinen Lieblingsspielen zum Leben zu erwecken.  © privat

Trotz der massiven Optik ist die Rüstung überraschend leicht. "Viel leichter, als viele denken", sagt er. Obwohl das Kostüm wie echtes Metall aussieht, besteht es lediglich aus Schaumstoff. Die komplette Ausrüstung schätzt er auf rund zehn Kilogramm.

Mit dieser ist er gelegentlich in der Dresdner Innenstadt unterwegs, wo sein Auftritt immer wieder für Aufsehen sorgt. Passanten bleiben stehen, zücken ihre Handys oder sprechen ihn direkt an. "Die Leute sind sehr überrascht und beeindruckt, weil niemand wirklich erwartet, dass plötzlich ein Ritter durch die Stadt läuft", erzählt der 27-Jährige.

Die Atmosphäre in Dresden passe für ihn dabei erstaunlich gut zu seinem Kostüm. "Die Stimmung hier ist fast wie in einem Fantasy-Film und es fühlt sich immer irgendwie richtig an, wenn ich mit meiner Rüstung unterwegs bin."

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Auch in den sozialen Medien kommen seine Videos gut an. Darin zeigt er nicht nur seine aufwendigen Kostüme, sondern auch die Reaktionen der Menschen darauf. Allein auf TikTok folgen ihm mittlerweile 21.600 Menschen und seine Clips gehen regelmäßig viral.

Für ihn ist Cosplay weit mehr als nur ein Hobby. "Cosmaking ist Kunst", betont er.

Doch was genau steckt eigentlich hinter Cosplay?

In Deutschland ist die Cosplay-Community in den vergangenen Jahren stark gewachsen. (Archivfoto)
In Deutschland ist die Cosplay-Community in den vergangenen Jahren stark gewachsen. (Archivfoto)  © Andreas Arnold/dpa

Der Begriff "Cosplay" stammt ursprünglich aus Japan und setzt sich aus den englischen Wörtern "Costume" und "Play" zusammen. Dabei geht es darum, Figuren aus Videospielen, Filmen, Anime, Manga oder Comics möglichst detailgetreu darzustellen.

Was einst vor allem in der japanischen Popkultur bekannt war, hat sich inzwischen weltweit zu einer großen kreativen Szene entwickelt.

Viele Cosplayer fertigen ihre Kostüme selbst an - oft mit Hunderten Stunden Arbeit. Zum Einsatz kommen Materialien wie Stoff, Kunstleder, Schaumstoff oder 3D-Drucke.

Besonders aufwendige Rüstungen, Waffen und Requisiten werden dabei häufig komplett per Hand gebaut.

Auch in Deutschland ist die Community in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Regelmäßig finden Conventions, Fantasy- und Gaming-Events statt, bei denen sich Cosplayer treffen, ihre Kostüme präsentieren und gemeinsam ihrer Leidenschaft nachgehen.

Besonders beliebt in Mitteldeutschland sind etwa die Manga-Comic-Con sowie die Caggtus in Leipzig oder die DeDeCo in Dresden, die jedes Jahr zahlreiche Besucher anziehen. Auch größere Veranstaltungen wie die DoKomi - die Ende Mai in Düsseldorf stattfindet - zeigen, wie bedeutend die Szene mittlerweile geworden ist.

Titelfoto: Bildmontage: privat

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