Millionen-Investitionen in Dresden: Vonovia bläst zum Angriff auf die Bröckel-Platten

Dresden - Mit 41.470 Wohnungen ist Dresden nach Berlin der bedeutendste Standort für Vonovia. Der größte Vermieter in der Stadt sprach am Dienstag über laufende Sanierungen und Neubauprojekte und wies Vorwürfe des Mietervereins zurück.

Die Sanierung der denkmalgeschützten DDR-Platte am Neustädter Markt soll bis Jahresende fertig werden.  © Steffen Füssel

Mit 83.000 Mietern und einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 7,29 Euro (stadtweiter Schnitt ist 7,33 Euro) ist und bleibe man Dresdens wichtigster Partner für bezahlbaren Wohnraum, so Regionalbereichsleiter Ingolf Stitz (50). Eine große Mehrheit der Mieter sei zufrieden mit der Wohnsituation und der Arbeit der rund 1100 Mitarbeiter (71 Azubis) vor Ort.

Im vergangenen Jahr habe man 89,5 Millionen Euro in (energetische) Sanierungen gesteckt, dieses Jahr sind weitere 86 Millionen Euro geplant. Größere Projekte laufen aktuell an der Michelangelostraße (Räcknitz), der Albertstraße (Neustadt), dem Quartier Löwenhainer Straße (Seidnitz) und am Neustädter Markt.

Dort soll die denkmalgeschützte Bröckel-Platte auf der Ostseite gegen Jahresende, bis 2028 die Westseite fertig saniert sein, damit die "Schandflecke beseitigt", kündigt Stitz an.

Dresden Lokal Buche umgestürzt: Französin im Großen Garten erschlagen

Auch Neubau gehe man wieder "mit Augenmaß" an. An der Blasewitzer Straße entsteht ein Mehrfamilienhaus (41 Wohnungen, Holz-Hybrid-Bauweise) mit vorgefertigter Fabrik-Produktion, wo Wände und Decken vor Ort nur zusammengesetzt werden.

Anzeige
An der Blasewitzer Straße baut Vonovia ein Mehrfamilienhaus mit 41 Wohnungen.  © Steffen Füssel
Vonovia-Regionalbereichsleiter Ingolf Stitz (50).  © Steffen Füssel

Vonovia überrascht von Tonfall des Mietervereins

So soll der Neubau dann aussehen.  © Visualisierung: Gropyus

Der Bau begann im Februar und soll noch dieses Jahr fertig werden. Genauso wie der vor Jahren angekündigte Verkauf von rund 4800 Wohnungen an verschiedene Käufer.

Der Regionalleiter lobte Projekte seines Konzerns für mehrere Mieter in schwierigen Lebenssituationen, den Ausbau von Solaranlagen auf Dächern (rund 60 Prozent der möglichen Dachflächen seien nun belegt), den Ausbau der Fernwärme (80 Prozent der Wohnungen angeschlossen), Wärmepumpen-Anschlüsse sowie Pflanzaktionen und fünf Mieterfeste.

Überrascht sei man vom scharfen Tonfall des Mietervereins, der Vonovia für "unrechtmäßige Mieterhöhungs-Schreiben" kritisiert hatte.

Dresden Lokal Statt Masken-Fabrik: Neues Ami-Restaurant soll Bannewitz touristisch beleben

Es gebe keine systematischen Rechtsverletzungen, es gehe um rechtliche Klarheit, so Stitz. Über 80 Prozent der gerichtlichen Verfahren nach Widersprüchen würden zudem für Vonovia entschieden.

Mehr zum Thema Dresden Lokal: