Dresden - Autonomes Fahren gilt als das Mobilitätsversprechen der Zukunft. Die ist so weit gar nicht mehr weg. Rund um den Großen Garten in Dresden testet Volkswagen den selbstfahrenden ID.Buzz bereits. Und nicht nur den.
Keine Angst! Ganz "ohne" sind die Fahrzeuge im Karree Stübel- und Karcherallee sowie Lenné- und Tiergartenstraße nicht unterwegs. "Wir haben während der Erprobungsfahrt immer zwei Kollegen an Bord", erklärt der Leiter des VW-Montagezentrums für autonomes Fahren in der Gläsernen Manufaktur (GMD), Thomas Kunert (50).
Der Fahrer hinterm Steuer benötigt dafür einen speziellen Prototyp - und einen Führerschein für autonomes Fahren. Ein zweiter Kollege checkt, ob die eingebauten Features funktionieren.
30 Sensoren und Kameras sind in der Testphase fürs autonome Fahren nötig. Auf dem Dach ist zusätzlich Radar angebracht. "Wir fahren das Auto nach dem Einbau wie jedes andere vom Hof und schalten dann auf der Straße schrittweise auf autonomes Fahren um", erläutert Kunert die Erprobungsfahrten.
Funktioniert alles, werden die Fahrzeuge nach Nordamerika, Skandinavien oder Japan verschickt, um dort unter Extrembedingungen Daten zu sammeln, die für die Softwareentwicklung alternativlos sind. Anschließend kommen die Fahrzeuge wieder zurück nach Dresden und werden mit der neuesten Technik ausgestattet. Dann beginnt der Prozess von vorn.
Dresden steht als VW-Standort für Qualität und Erfahrung
Das Zentrum ist eines von zweien für autonomes Fahren bei VW und Bestandteil des Zukunftskonzepts für die Gläserne Manufaktur.
Dass es ausgerechnet in Dresden angesiedelt ist, ist kein Zufall, betont VW-Sprecher Jonas Wetzel (38). "Kurz gesagt: Wir haben die Erfahrung, die Kompetenz, die Qualitätsstandards und die Flexibilität dafür."
In den zweieinhalb Jahren seit Gründung hat das Team, das von fünf auf 36 Mitarbeiter angewachsen ist, über 200 Fahrzeuge umgerüstet, erprobt und kalibriert. Partner sind Bosch, der Sensor-Spezialist Intenta (Chemnitz) und Cariad, die Software-Schmiede von Volkswagen. Seit 2025 ist auch Audi mit einer eigenen Testreihe zum Q6 an Bord.
Ziel ist, die eingebauten Systeme irgendwann so weit zu perfektionieren, dass das autonome Fahren im Individualverkehr reibungslos funktioniert. Wenn alles klappt, soll dieses Jahr erneut eine zweistellige Anzahl an Fahrzeugen umgerüstet werden, sagt GMD-Chef Martin Goede (59).