Nach der Gartensparte sollen auch die Tiere umgesiedelt werden: Eidechsen blockieren die Bagger

Dresden - Erst die Kleingärtner, nun der Artenschutz: Um Flächen für den neuen "Wissenschaftsstandort Dresden-Ost" in Strehlen zu erschließen, ließ die Stadt 2023 einen ganzen Kleingartenverein umsiedeln: "Friedland" (Gründung 1951) wurde aufgelöst und wenige Hundert Meter weiter neu angelegt. Doch die rund 100 Hektar große Freifläche an der Reicker Straße ist Lebensraum geschützter Echsen und Amphibien.

Die Natur erobert die brachliegende Fläche der ehemaligen Gartensparte ganz wild zurück.  © Eric Münch

Solange die Tiere nicht vollständig eingefangen sind, wird dort kein Bagger rollen. Ein Bauzaun ist um das Gelände aufgestellt. Dahinter sind auf der einen Seite die verfallenen Bauden zu sehen, eingestürzte Dächer liegen wie vergessene Mützen im hohen Gras.

Auf der anderen Seite zieht sich Efeu in kaputten Lauben hinein, an mancher ruinösen Ecke blühen noch Rosensträucher. Unmittelbar hinter dem Bauzaun wurde ein "Reptilienschutzzaun" durch das städtische Umweltamt errichtet.

"Derzeit finden Artenschutzmaßnahmen für die streng und besonders geschützten Tierarten Zauneidechse, Ringelnatter, Blindschleiche, Erd- und Wechselkröte, Grasfrosch und Teichmolch statt", erklärt eine Rathaussprecherin.

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Dabei seien sowohl das Vorkommen der Tiere als auch der Aufwand ihrer Umsiedlung im Vorfeld bekannt gewesen.

Nun sind "Artkenner" durch das Rathaus mit dem Einfangen der Reptilien und Amphibien beauftragt: "Üblich sind der Handfang, Kescherfang sowie der Schlingenfang."

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Alle Tiere müssen von Naturschützern eingesammelt werden. Hier sieht man eine weibliche Zauneidechse in Abwehrhaltung.  © imago/Karina Hessland
Auch die Grasfrösche müssen von Naturschützern erst umgesiedelt werden, ehe an der Reicker Straße gebaut werden kann.  © IMAGO/Zoonar
Die in Deutschland streng geschützte Zauneidechse lebt auf dem Areal, an dem der neue Wissenschaftsstandort Ost entstehen soll.  © kjeldstein.de

Bis 2028 sollen Eidechsen umsiedeln

Grit Seifert (58) ist die Chefin des Kleingartenvereins "Friedland", organisierte den Umzug. Sie hatte bereits Besuch von Echsen und Ringelnattern.  © Eric Münch

Die gefangenen Tiere werden im neu angelegten "Friedland", der rund 200 Meter entfernt aus dem Boden gestampft worden ist, ausgesetzt. Für die Zauneidechse finden sich dort Steintürme und Gabionen (mit Steinen gefüllte Drahtkörbe). Mancher Laubenpieper, darunter die Chefin Grit Seifert (61), hatte dort bereits Besuch von einer Ringelnatter.

Bis 2028 soll auch die letzte Echse umgesiedelt sein. Anschließend kann die brachliegende Fläche geräumt werden und der Bau des geplanten Innovationsstandortes beginnen.

"Damit sind die notwendigen Vorarbeiten rechtzeitig vor dem für 2030 geplanten Baubeginn abgeschlossen", heißt es dazu aus dem Rathaus.

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