Dresden - Mehr als drei Wochen ist der Neonazi-Aufmarsch in Dresden vom 14. Februar nun her, doch die Aufarbeitung dauert an.
Am Dienstag meldete sich das Protest-Bündnis "Dresden Wi(e)dersetzen" mit Vorwürfen gegen Polizei und Versammlungsbehörde zu Wort.
Unter anderem wegen Nötigung und Körperverletzung haben Demonstranten Anzeige gegen die Polizei erstattet.
Hintergrund war die Räumung einer Versammlung in der Freiberger Straße. Diese sei trotz Genehmigung plötzlich geräumt worden. Im Auswertungsgespräch habe die Polizei zugegeben, dass dies "aus Versehen" passiert sei.
Nicht der einzige Vorwurf an die Ordnungshüter: "Während die Polizei vereinzelte Beamte betrauert, die sich zum Teil auch gegenseitig gepfeffert haben, haben wir Hunderte verletzte Demonstrierende zu verzeichnen", so Bündnissprecherin Rita Kunert (63).
"Es war kein Einzelfall, dass hoch ausgerüstete Beamte, die zudem hinter Gittern abgesichert waren, in die Menge prügelten und jede Menge Pfefferspray einsetzten."
Dresdner Bündnis kritisiert Großeinsatz der Polizei
Bündnissprecher Matthias Lüth (30) wiederum kritisiert die komplette Abriegelung der Innenstadt an dem Tag: "Die komplette Bewegungsfreiheit der 5000 direkt Anwohnenden war ausgehebelt", sagt er.
"So wurde ein älterer Herr stundenlang nicht zur Apotheke gelassen, woanders durfte eine Familie mit Kinderwagen selbst Stunden vor dem rechtsextremen Aufzug nicht zum Wocheneinkauf."