Neue Panometer-Ausstellung: Unterwasserwelt statt Amazonien
Dresden - Von Amazonien im Herzen Südamerikas zum Great Barrier Reef vor der Küste Australiens - diese "Reise" bereitet gerade das Panometer Dresden vor.
Das alte Riesenrundbild wurde abgenommen und hinter die Kulissen geschoben, das neue Naturpanorama von Künstler Yadegar Asisi (70) aufgezogen und gespannt. Das 360-Grad-Bild entführt ab 27. März in die Unterwasserwelt des wohl berühmtesten und größten Riffs der Welt, mit schillernden Korallenformationen, farbenprächtigen Fischen und dem wechselnden Licht des Ozeans.
Grundlage für das neue Panorama sind Zehntausende Unterwasserfotografien und Skizzen, die Asisi auf mehreren Expeditionen mit dem australischen Dokumentarfilmer Ben Cropp gesammelt hat. Doch bevor Gäste in diese Welt abtauchen können, haben das Team der Höhenkletterer und Projektleiterin Ginny Lehmann (38) alle Hände voll zu tun.
Das 27 mal 107 Meter große Amazonienbild, das bis 17. März zu sehen war, wurde auf einem Schienensystem nach hinten geschoben und das neue, 800 Kilo schwere Riff-Bild aufgezogen.
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Panometer Dresden mit mehr als 300.000 Besuchern in den letzten zwei Jahren
Was einfach klingt, ist die Arbeit eines Spezialteams, dem Asisi weltweit die Hängung und Auswechslung seiner Kunstwerke anvertraut. 20 Spezialisten gehören zu dieser Crew, darunter auch zwei Industriekletterer der Berliner Firma um Chef Jan Fehling. Der ist nicht nur Kletter-Profi, sondern taucht auch gern: "Leider war ich noch nicht am Great Barrier Reef."
Einen Vorgeschmack bekommt er in den nächsten Tagen, wenn das aus 35 Bahnen zusammengenähte Bild auseinandergezogen und mit je 360 Schlaufen oben und unten gespannt wird. Voraussichtlich am Dienstag wird Yadegar Asisi das Bild persönlich ausleuchten.
Seit der Panometer-Eröffnung 2006 waren bisher fünf je 3000 Quadratmeter große Bilder zu sehen: Rom 312, Dresden im Barock, eine überarbeitete Barock-Fassung, Dresden 1945 und Amazonien.
"Über 300.000 Besucher haben das letzte Panoramabild innerhalb von zwei Jahren bestaunt", sagt Panometer-Chefin Mandy Streit (45) und hofft auf einen ähnlichen Andrang bei der Unterwasserwelt.
Titelfoto: Montage: Ove Landgraf
