Dresden - Blumen-Freunde, aufgepasst: Das neue Café "studio botanique" macht die Neustadt unsicher. Das Besondere? Hier gibt es nicht nur Cappuccino und Gebäck, sondern auch täuschend echte Kunstblumen. Doch wie kam Inhaberin Friederike Paulsen (31) vom Lehramtsstudium zur Deko-Blume?
Während die Wahl-Sächsin in Leipzig zunächst Deutsch als Fremdsprache studierte, entschied sie sich anschließend für eine Koch-Ausbildung. Als Friederike diese dann vor drei Jahren im Dresdner Nobelrestaurant "Elements" abschloss, war ihr klar, dass "ich irgendwann mal selbstständig sein möchte".
Nun hat ihr Herzensprojekt am 1. April seinen Weg auf die Bautzner Straße gefunden. Dabei soll das "Hauptgeschäft auf den Blumen liegen. Das Café ist eher dazu da, es hier etwas lebhafter zu gestalten", erklärt Laden-Inhaberin Friederike.
Doch auch langfristig plant die 31-Jährige, weitere Konzepte in ihrem Laden umzusetzen: "Ich wollte nicht nur 'normale' Einzelhändlerin sein, sondern auch gerne einen Treffpunkt für Dresdner schaffen. Deshalb kann ich mir auch vorstellen, kleinere Konzerte oder im Sommer Weinabende zu veranstalten."
Altmodisch: Die Kunstblumen aus Sebnitz
Dabei stammen die Deko-Blumen nicht etwa aus der Kunstblumen-Hochburg Sebnitz, sondern sind handgemacht vom niederländischen Unternehmen "Silk-ka": "Es hilft mir, dass Sebnitz so bekannt für Kunstblumen ist", gibt die 31-Jährige zu.
Trotzdem war es für sie keine Option, Blumen von der sächsischen Manufaktur zu beziehen: "Optisch sind sie schon altmodisch und gehen nicht mit der Zeit. Mit den Blumen, die ich anbiete, hab ich versucht, ein exklusiveres Ambiente zu schaffen."
Die niederländische Firma kennt die gelernte Köchin hingegen schon länger: "Meine Eltern hatten in Meißen bis zum letzten Jahr das Hotel 'Fährhaus Meißen' und hier haben sie auch immer mit den Kunstblumen dekoriert."
Jeder darf seinen Kunstblumen-Strauß selbst gestalten
Und obwohl Friederikes Blumen langstielig und nicht unbedingt für jedes heimische Wohnzimmer gemacht sind, bietet sie auch kleinere Sträuße an, die "jeder selbst gestalten kann".
Eigentlich ziele sie eher auf Großkunden ab. "Gerade für Arztpraxen oder Hotels sind die Sträuße eine nachhaltigere Lösung, ihre Räume besonders zu dekorieren."
Die Kosten variieren dabei von Blume zu Blume: "Die Anemonen kosten etwa sieben Euro, der Blauregen 37 Euro", weiß Chefin Friederike. Ein mittelgroßer Strauß liegt preislich also bei circa 100 Euro, aber "wenn man sich regelmäßig frische Sträuße kaufen würde, wäre es viel teurer".
Die Kunstblumen wären hingegen "pflegeleicht, man muss sie ja nicht mal gießen, und täuschend echt. Immer wieder sind die Kunden verwundert, dass die Blumen aus Seide oder Plastik sind."
Kundenliebling? "Der Mohn. Denn während der in echt bereits nach einem Tag verblüht ist, hält er als Kunstblume natürlich lang."