Laster-Chaos zurück auf der Stauffenbergallee: Öffnet Dresdens größtes "Freiluft-Klo" erneut?
Dresden - Gerade erst eröffnete Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) eine neue Toilette an der Hauptstraße und verkündete erste Erfolge der städtischen Klo-Offensive, da droht schon wieder neuer Ärger an einer bekannten Problem-Stätte in der Albertstadt. Weil kürzlich der Umzug des Zollhofs weg von der Stauffenbergallee platzte, der nahe Ausweich-Parkplatz für die Brummis am Mittwoch schließt, droht jetzt wieder Not mit der Notdurft.
Rückblick: Jahrelang hatten sich Anwohner über das Brummi-Chaos rund um die Stauffenbergallee beschwert. So parkten dort und in den Nebenstraßen vor allem übers Wochenende Dutzende Lkw, die auf ihre Zoll-Abfertigung warten mussten. Da kein öffentliches WC nahe war, wurden Büsche und Gärten zu Dresdens größtem "Freiluft-Klo" - mit anrüchigem Nebeneffekt.
Das droht ab Mittwoch wieder. Denn dann schließt der Interimsparkplatz (37 Stellplätze), den die Stadt im November 2024 für die Sanierung der Stauffenbergallee für die Lkw und deren Zoll-Vorabfertigung eingerichtet hatte.
Der Parkplatz gehört der SachsenEnergie. Die benötigt die Flächen nun aber für geplante Bauarbeiten für Fernwärme- und Industriewasserleitungen auf dem Hammerweg.
"Es wurde in den vergangenen Monaten nach alternativen Flächen für die Baustelleneinrichtung oder einen Interimsparkplatz gesucht. Leider konnten keine geeigneten Flächen gefunden werden", teilt ein Stadtsprecher mit.
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Dauerhafte Lösung für die Stauffenbergallee ist nicht in Sicht
Allerdings liegt noch ein Antrag von CDU, SPD und Team Zastrow auf dem Tisch, zwei Grundstücke in der Nähe an die SachsenEnergie zu verkaufen, die dort perspektivisch ein Umspannwerk errichten und bis dahin vorübergehend wieder Flächen für Parkplätze zur Verfügung stehen könnte.
Für Veit Böhm (60, CDU) "eine praxisnahe und vergleichsweise unbürokratische Lösung". Der Stadtrat soll Ende April darüber entscheiden.
Eine dauerhafte Lösung für die Platzprobleme an der Stauffenbergallee wird es wohl aber nur mit dem Umzug der Zoll-Bundesbehörde geben.
Und der ist gerade erst geplatzt: Jahrelang hatte sich Kühn für ein neues Areal am Elbepark starkgemacht, aber keine politischen Mehrheiten gefunden.
Titelfoto: Norbert Neumann

